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42. Schecken-Club-Vergleichsschau 2016 in der Oberlausitz

03.01.2017
Preisrichter vermisst Ohren eines Schecken-Kaninchen

Schecken-Club-Vergleichsschau ©Werner Winkens

Mit fantastischen 1.286 Schecken der RHD getrotzt!

Nach zehn Jahren fand die Schecken-Club-Vergleichsschau nun zum zweiten Mal in den neuen Bundesländern statt. Am Wochenende des 8./9. Oktobers führte uns der Weg nach Schönbach in den südöstlichsten Winkel der Republik, und so mancher Züchter musste mit Blick auf die Tachonadel seines Autos erkennen, dass währende Schecken-Freundschaft 800 km einfache Fahrtstrecke wert sein sollte! Und um das Wichtigste vorwegzunehmen: Es kamen wieder rund 160 Züchter aus 19 Landesverbänden sowie aus Österreich, Belgien, Frankreich, Südtirol und den Niederlanden, um unser gemeinsames Fest zu feiern. Gastgeber waren die drei Schecken-Clubs aus Sachsen, nämlich der Englische-Schecken-Club Sachsen mit Hans Berude an der Spitze, der Schecken-Club Westsachsen-Erzgebirge mit Jens Günther und der Lausitzer Schecken-Club mit Andreas Wego als Ausstellungsleiter. In einem Atemzug ist aber auch der ortsansässige Rassegeflügel- und Rassekaninchenzuchtverein zu nennen, der seine Halle zur Verfügung stellte und auch für die ausgezeichnete Bewirtung verantwortlich war. Erstmals präsentierten wir unsere Kaninchen in einer dreigeschossigen Halle, was jedoch zu keinerlei Problemen mit den Transportbehältnissen – weder bei der Einlieferung noch bei der Auslieferung – führte. Viele fleißige Hände packten mit an, sodass auch ältere Züchter ihre Schecken bereits in den Gehegen hatten, ehe sie alle Bekannten begrüßt hatten. Im Übrigen war die Halle aufgrund langer und großer Fensterreihen sehr hell, und ich kann mich nicht erinnern, jemals jedes einzelne Rassekaninchen so gut auf einer Schau gesehen zu haben. Punktuell wertete eine herbstliche Dekoration den freundlichen Gesamtrahmen auf.

Den redaktionell aufbereiteten Bericht inklusive zahlreicher Bilder von der Veranstaltung und von den Siegertieren lesen Sie in Ausgabe 12/2016 der Kaninchenzeitung.

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Die Feste feiern, wie sie fallen!

Klar ging es in erster Linie um unsere Kaninchen, um unsere Schecken! Aber was wäre eine Schecken-Club-Vergleichsschau ohne Ausflug, ohne Klönabend und ohne zünftigen Züchterabend? Das scheint schon etwas Besonderes zu sein, denn erfreulicherweise fahren regelmäßig auch sehr viele Ehefrauen und Partner mit, um mit alten Bekannten Neuigkeiten auszutauschen, neue Freundschaften zu schließen und auch andere Regionen kennenzulernen. So führte in diesem Jahr der Tagesausflug zur Festung Königstein, eine der größten Bergfestungen Europas. Bei herrlichem Wetter bot sich ein wunderbarer Blick auf das Elbsandsteingebirge und die unterhalb des Tafelberges verlaufende Elbe. Nach einer Führung ging es dann über Pirna und Stolpen weiter in ein Kunstgewerbemuseum. Kurzweilig endete die Fahrt wieder an der Ausstellungshalle, wo dann schon fast der Klönabend begann – jedenfalls drehten sich schon vor der Halle die Schweinekeulenspießbraten auf loderndem Feuer. In der Vereinsgaststätte gab es nach kurzer Zeit und „verdauten Bewertungsergebnissen“ nur noch Sieger. Kaum zu glauben, dass die Rheinländer zu den letzten Gästen zählten!

Auch der mit rund 250 Personen besuchte Züchterabend in einem rustikalen Saal eines in der Nähe liegenden Gasthofes erfüllte die Erwartungen. Andreas Wego kam anfänglich ganz schön ins Schwitzen, als es darum ging, alle Gäste unterzubringen und eröffnete anschließend das wohlschmeckende vielseitige Buffet. Es folgte die Ehrung für die Hauptpreisträger, die von drei Darbietungen eines Männerballettes unter Einbeziehung des Publikums humorvoll aufgelockert wurden. Ein DJ ging dann auf die Musikwünsche des Publikums ein und mit Tanz und Frohsinn vergingen die Stunden bis kurz nach Mitternacht. Wenn auch in diesem Jahr nicht ganz die ausgelassene Stimmung aufkam, war es doch ein schöner Festabend. Zusammenfassend erlebten wir insgesamt ein sehr ansprechendes Rahmenprogramm in der Oberlausitz.

Eröffnungsfeier und Ehrenringverleihung

Die Eröffnungsfeier der Schau fand am Samstagmorgen in der Gaststätte der Ausstellungshalle statt. Andreas Wego bedankte sich für das den sächsischen Clubs entgegengebrachte Vertrauen, die rege Beteiligung der Schecken-Clubs und die Unterstützung im bisherigen Ausstellungsverlauf. Anschließend begrüßte er die anwesenden Ehrengäste und an der Spitze den Schirmherrn der Veranstaltung, Bürgermeister Uwe Petruttis. Er zeigte sich stolz, Gäste aus ganz Deutschland und vielen Nachbarländern in seiner kleinen Gemeinde begrüßen zu dürfen. Scherzend fügte er hinzu, dass die Gemeinde weniger Einwohner habe, als sich Scheckenkaninchen in der Ausstellungshalle befänden. Detlef Beckers, Abteilungsleiter für Clubs im ZDRK, warb in schwierigen Zeiten für Ausdauer und Geduld in unserem gemeinsamen Hobby und wünschte sich mit Blick auf den zu entwickelnden neuen Standard von den Scheckenzüchtern kreative Vorschläge. Landesverbandsvorsitzender Jörg Peterseim ließ es sich nicht nehmen, bereits jetzt für die Bundes-Kaninchenschau 2017 in seinem Verband zu werben. Sachsens Clubobmann Jens Petzold war ebenso der Einladung gefolgt wie Jörg Grafe, Vorsitzender KV Löbau, und Michael Pech, Vorsitzender des Vereins der Kleintierzüchter von Schönbach. Einen ganz besonderen Gruß richtete Andreas Wego an Hartmut Ebermann vom benachbarten sächsischen Kaninchenmuseum, das gerne besucht werden könne.

Schon traditionell wurde abschließend dem Leiter des Arbeitskreises die Ehre zuteil, einen verdienten Züchter mit dem „Goldenen Scheckenring“ auszuzeichnen. Die Wahl fiel mit Rolf Schmiedel, einem der verdienstvollsten Scheckenzüchter Mitteldeutschlands, auf ein „Urgestein“ der sächsischen Scheckenzucht. Leider war sein Wirken nur wenigen Anwesenden bekannt. 1967 trat er in den Club ein und war viele Jahre lang Kassierer sowie stets Vorbild und Ratgeber für jüngere Züchter. Vor der Wende erreichte er mit seinen Englischen Schecken, schwarz-weiß, hohe Auszeichnungen auf allen Schauebenen und stellte nach der Wende auch auf mehreren Schecken-Club-Vergleichsschauen aus. Gesundheitliche Gründe zwangen ihn, ab 2014 kürzer zu treten. Obwohl er heute keine Schauen mehr beschickt, hat er immer noch große Freude an seiner Lieblingsrasse. Gerührt nahm er unter dem Applaus der Anwesenden die Auszeichnung mit Dank entgegen.

Messen aller Ohrlängen als Basis für Standard-Überarbeitung

Die Bewertung fand im seit Jahren bewährten ABCD-Modus in fünf Gruppen statt. Mehrheitlich waren die Preisrichter auch Scheckenzüchter und die Obleute Johann Vrielink, Jens Petzold, Hans-Reinhard Naumann, Detlef Beckers und Jens Jadischke betreuten je eine Gruppe. Die Bewertung lief recht zügig und erfreulicherweise musste nur wenige Male ein etwas übertriebenes Schaufertig-Machen mit einer „12,5“ im Fellhaar geahndet werden. Zusätzlich hatten die Preisrichter auch die Aufgabe übernommen, die Ohrlängen aller Tiere zu messen und tabellarisch zu erfassen. Die Arbeitsgemeinschaft hatte eine entsprechende Anregung der Standard-Fachkommission aufgenommen, um so erstmals aussagefähige Daten mit Blick auf die Festsetzung von Ohrlängen im neuen Standard zu bekommen.

Hauptpreisträger

Bevor ich auf die einzelnen Rassen und Farbenschläge näher eingehe, möchte ich im Block die Hauptpreisträger nennen. Dabei ist die Mannschaftswertung, vergeben auf die besten zwölf Tiere – maximal vier aus einer Rasse – zweifellos das herausragende züchterische Ziel eines Clubs. In diesem Jahr gewannen die punktgleichen Clubs aus Westfalen und Württemberg-Hohenzollern mit jeweils 1 166 Pkt. Dicht darauf folgten mit jeweils 1 165 Pkt. die Clubs aus Bayern und Hannover. Auf dem 5. Platz landete schließlich der Club Rheinland-Nassau (1 163,5).

Die beste Gesamtleistung eines Züchters, vergeben auf sechs Tiere, hatte Ralf Conzelmann (DRSch schw-weiß, 583), gefolgt von Michael Löhr (ESch schw-weiß, 583), Josef Kivilip (ESch schw-weiß, 582,5), Erik Büscher (ESch schw-weiß, 582,5) und Jens Jadischke (RhSch, 582).

Josef Konrad zeigte den besten Rammler der Schau (ZwSch schw-weiß, 98), und die beste Häsin hatte Michael Löhr (ESch schw-weiß, 98).

Die Rassemeister und -sieger werden im Folgenden bei den jeweiligen Rassen und Farbenschlägen genannt.

Rassekritik

Deutsche Riesenschecken

Mit 238 Deutschen Riesenschecken, schwarz-weiß, wurde das Vorjahresergebnis deutlich übertroffen, und so waren die „Könige der Scheckenrassen“ auch zahlenmäßig am stärksten vertreten. Ebenso war weitgehend eine tolle Qualität zu bewundern. Mir schien es aber, dass aufgrund der lang anhaltenden hohen Temperaturen im Sommer und Herbst der Entwicklungsstand in den Positionen 1 und 3 gegenüber den vergangenen Jahren etwas nachhinkte. Diese Aussage gilt natürlich auch für die anderen Farbenschläge der Riesenschecken. Dennoch erreichten und übertrafen viele Tiere die 7,0-kg-Marke, und die Preisrichter zeigten bei der Bewertung trotz mehr oder weniger starker Haarung viel Fingerspitzengefühl, wobei die „14,5“ nicht vergeben wurde. In Körperform, Typ und Bau sah man unter anderem bei Ralf Conzelmann einige sehr herausragende Rassevertreter, und die Preisrichter setzten mit dreimal 19,5 Pkt. berechtigt ein deutliches Zeichen. Die Rassevertreter zeigten tolle Läufe, markante Köpfe und prima Ohrenstrukturen. Auch die Kopfzeichnung mit ausgeprägtem Schmetterling, nicht zu breiten Augenringen, frei stehenden Backenpunkten und der übergangslos abgesetzten Ohrenzeichnung war in dieser Linie vom Feinsten. So wurde Ralf Conzelmann mit stattlichen 487 Pkt. erstmals Rassemeister bei einer Schecken-Club-Vergleichsschau und konnte sich an beiden Siegertieren (je 97,5) sicherlich sehr erfreuen. Noch höher ist es einzustufen, dass er mit 583 Pkt. auch die beste Gesamtleistung der Schau zeigte – herzlichen Glückwunsch! Dem am nächsten kamen die Tiere von Norbert Leitner, der mit 484,5 Pkt. zweiter Rassemeister wurde. Seine Tiere waren „hoch im Gewicht“ und zeigten wohl den besten Rassewert der Konkurrenz. Vor allem gefielen mir die auf den Schenkeln frei stehenden Seitenflecken, die gleichmäßig breiten Aalstriche und die vorzügliche lackschwarze Farbe von der Nasen- bis zur Blumenspitze. Vergaben die Preisrichter in der Kopfzeichnung im Durchschnitt die „14,5“, sahen sie nur sehr wenige Rassevertreter mit einer „15“ in der Rumpfzeichnung. Dennoch muss man feststellen, dass sich diese wohl nur sehr schwierig zu stabilisierende Position in den zurückliegenden Jahren deutlich verbessert hat. Ein gutes Beispiel hierfür waren auch die Rassevertreter von Holger Dahlem, der mit 482,5 Pkt. dritter Rassemeister wurde. Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass mir mehrere Tiere von Franz-Josef Neumann und Manfred Prieß auffielen, die hinsichtlich Struktur und Länge (18 cm) hervorragende Ohren zeigten. Die ZGM Holzer-Schneider, Christian Hoegler und Andreas Wego zeigten zudem je ein v-Tier.

Seit einigen Jahren sieht man nur noch recht wenige Deutsche Riesenschecken, blau-weiß. Von lediglich 17 gemeldeten Rassevertretern fehlten dann auch noch sieben Tiere, sodass Hermann Abeling praktisch ohne Konkurrenz mit 480 Pkt. Rassemeister wurde. Bei einem Gewicht um die 6,7 kg zeigten sie den leicht gestreckten Körperbau und sehr gute Ohrenstrukturen. Ein Altrammler wurde in Position 2 mit 19,5 Pkt. hervorgehoben, hatte aber wie der gesamte Stamm eine recht schwache Fellhaarstruktur. Dagegen waren die „drei F“, also Form, Fell und Farbe, die Stärken eines hv-Tieres von Paul Janssen. Hoffentlich finden sich in den nächsten Jahren mehr Gleichgesinnte, die diesem Farbenschlag zu alter Stärke verhelfen!

Genau gegenteilig verlief in den zurückliegenden Jahren die Entwicklung bei den Deutschen Riesenschecken, havannafarbig-weiß. 50 Rassevertretern – darunter ein homozygotes Tier – waren eine etwas größere Konkurrenz als in den Vorjahren, und auch die Qualität konnte sich sehen lassen. Den besten Gewichtsrahmen zeigten erneut die Rassevertreter von Walter Gutheber und eines seiner Tiere wurde mit einer „19,5“ in Position 2 hervorgehoben. Allerdings hatten seine Rassevertreter schwache Fellhaarstrukturen und Seitenzeichnungen. Auch im Rassewert sah man die eine oder andere negative Bemerkung, sodass er in der Meisterschaft auf 479,5 Pkt. kam und den dritten Platz belegte. Mit 481 Pkt. belegte Jens Günther den ersten Platz, gefolgt vom punktgleichen Hans Ströhle. Während die Tiere von Jens Günther formlich überzeugten, zeigten die Rassevertreter von Hans Ströhle überwiegend dichteres Fellhaar. Nur selten wurde in diesem Farbenschlag die „15“ in der Kopfzeichnung vergeben. In der Rumpfzeichnung war die „14,5“ das Maß der Dinge, da leichte und grobe Seiten noch verbreitet waren. Farblich sah man etliche Tiere mit weiß durchsetzten Ohrenrändern. Das hochfeine und im Typ überzeugende Siegertier kam mit 97 Pkt. von Jens Günther und war im Rassewert sicherlich das schönste Tier in diesem Farbenschlag. Auch Bernd Klein stellte ein v-Tier.

Rheinische Schecken

Mit 173 Rheinischen Schecken wurde das Meldeergebnis der Vorjahre deutlich übertroffen. Dazu trugen besonders Winfried Kalowsky (28 Rassevertreter) und Jens Jadischke (19) bei, die ohne Tierzahlbegrenzung aus dem „Vollen“ schöpften – und dies auch mit Klasse! In den zurückliegenden Jahren habe ich bei den Rheinischen Schecken in zweierlei Hinsicht einen gewissen Wandlungsprozess beobachtet. Vermehrt haben nun auch die Züchter der Rheinischen Schecken erkannt, dass „etwas kürzeres Fellhaar“ und nicht allzu lang überstehende Granne Abzeichen und Farbe besser erscheinen lassen. Der zweite Prozess findet meines Erachtens zurzeit in Position 2 statt. Ich habe noch Zuchten vor Augen, bei denen die Rassevertreter fast so breit wie lang waren, und Züchter und Preisrichter fanden das wohl auch schön. Was hat das aber mit der Standardforderung nach einem leicht gestreckten Körper zu tun? Prominentester und sehr erfolgreicher Züchter, der „zum Standard zurückgekehrt ist“, ist Stefan Rottauscher. Mit deutlich veränderten Typen belegte er in der Rassemeisterschaft mit 484,5 Pkt. den zweiten Platz hinter Jens Jadischke, der auf tolle 485,5 Pkt. kam. Beide zeigten Tiere jenseits der 4,0 kg und hatten jeweils ein Tier mit 19,5 in Position 2. Hinzu kam, dass die Tiere von Stefan Rottauscher allesamt eine „15“ in der Kopfzeichnung und eine „10“ in der Farbe erhielten. Die etwas besseren Rumpfzeichnungen kamen hingegen von Jens Jadischke, der zudem beide Siegertiere mit 97,5 und 98 Pkt. stellte. Die herausgehobene Siegerhäsin war auch das einzige Tier in der Rasse, das eine „14,5“ im Fellhaar erhielt. Auch die Tiere des Drittplatzierten Gerhard Sparborth (484), der nach meiner Erkenntnis erstmals auf dem Siegertreppchen landete, verkörperten einen prima Rassetyp und standen den Erstplatzierten kaum nach. Hervorheben muss man seine 97,5er-Häsin mit dem besten Rassewert der Konkurrenz (15/15/10). Das gute Gesamtergebnis wurde durch drei v-Tiere von Wilfried Kalowsky und je ein v-Tier der ZGM Scholl-Zeutzheim, Jörg Giebeler, Olaf Braunholz und Nicole Gerlinger aufgewertet.

Kleinschecken

Nach 158 und 167 Kleinschecken, schwarz-weiß, bei den Schecken-Club-Vergleichsschauen 2014 beziehungsweise 2015 präsentierten sich in diesem Jahr 193 Rassevertreter dem Preisrichterquartett. Da im Vorjahr reichlich Kritik seitens der Aussteller an der Bewertung dieser Rasse in allen drei Farbenschlägen geübt wurde und sich dies in diesem Jahr wiederholte, fällt es mir etwas schwer, dies vielleicht auch etwas globaler einzuordnen. Ich scheue dies aber keineswegs, weil so etwas in sachlicher Abwägung „auch das Salz in der Suppe eines Schauberichtes“ sein kann! Fakt ist, dass an dieser Schecken-Club-Vergleichsschau keiner der im vergangenen Jahr amtierenden Preisrichter und auch nicht der Obmann beteiligt waren. Das „Pech“ der Züchter war meines Erachtens vor allem, dass die Preisrichtergruppe tageslichtdurchflutete Fensterplätze hatte und so manches sehen konnte, was normalerweise verborgen bleibt. So war es kein Zufall, dass es auf wirklich sehr vielen Bewertungsurkunden Bemerkungen für weiße Durchsetzungen der Zeichnungsfarbe in den Ohrrändern, im Aalstrich und auf der Blumenoberseite gab. Ist das aber wirklich „Pech“? Haben die Preisrichter nicht in Wirklichkeit den Finger in eine Wunde gelegt? Andererseits haben sie auch Zuchten gesehen, bei denen kaum oder keine entsprechenden Bemerkungen nötig waren, allen voran bei Anne Feegers, die alle acht Tiere mit einer „10“ in Farbe ausstellte! Auch möchte ich anmerken, dass in dieser Gruppe mehr als in anderen geschrieben wurde. Das sollten wir uns doch aufklärend und zuchtlenkend wünschen! Natürlich konnte man auf der anderen Seite auch das eine oder andere Tier sehen, das durchaus eine „19“ in Position 2 oder viel mehr noch eine „15“ in Position 4 hätte machen können – aber das gab es sicherlich auch in anderen Preisrichtergruppen beziehungsweise Rassen! Hier waren vielleicht auch die „betroffenen“ Züchter etwas ruhiger und besonnener. Erster Rassemeister wurde Andreas Langelage (484,5), gefolgt von Anne Feegers (483,5) und der ZGM Sylvia und Winfried Schreiber (483). In allen drei Zuchten sah man ein Idealgewicht zwischen 3,1 und 3,4 kg und vielfach die „19/14“. Gleichwohl honorierten die Preisrichter bei den Tieren der ZGM Schreiber den wohl schönsten gedrungenen Rassetyp mit kurzem kräftigem Kopf und sehr gut strukturierten Ohren völlig berechtigt sechsmal mit der „19“. Die Siegerhäsin (97) kam von Erich Oberlechner aus Südtirol, und Anne Feegers hatte den Siegerrammler (97,5). Ein weiteres v-Tier zeigte Walter Albrecht.

Mit 40 Rassevertretern verzeichneten die Kleinschecken, blau-weiß, zahlenmäßig einen leichten Rückschritt. Auch die Qualität war, nicht zuletzt aufgrund des Fehlens der Erstplatzierten des Vorjahres, nicht ganz so hoch. Dennoch hinterließen die Rassevertreter überwiegend einen guten Gesamteindruck. Vor allem die Tiere von Klaus Schipper, der mit 483 Pkt. deutlich und völlig unstrittig erster Rassemeister wurde, bestachen in Position 2. So wurden auch zwei Tiere mit der „19,5“ hervorgehoben. Der Rassewert wurde jedoch dann wieder „sehr differenziert“ bewertet. Wenn beispielsweise ein Preisrichter 9,5 Pkt. mit der Bemerkung „Ohrenränder weiß durchsetzt“ vergibt und ein anderer mit exakt der gleichen Bemerkung nur die „8“ schreibt, dann ist berechtigterweise ein gewisser Unmut vorprogrammiert. In der Meisterschaft landete Walter Ebinger mit 479,5 Pkt. auf dem zweiten Platz. Insgesamt zeigten seine Tiere – wie schon seit Jahren – beste Rassewerte. Sie waren im Typ jedoch nicht so markant wie die Rassevertreter von Klaus Schipper oder wie der Siegerrammler von Walter Willems, der mit 19,5 Pkt. in Position 2 und die „14,5“ im Fellhaar hervorgehoben wurde.

So stand dann auch die Bewertung der 54 Kleinschecken, havannafarbig-weiß, unter „ungünstigen Vorzeichen“. Ich meine aber, dass die besten Zuchten klar erkannt wurden und immerhin auch mehr Punkte vergeben wurden als im Vorjahr. Auffallend war das hohe Gewicht in der mit 16 Tieren vertretenen Zuchtlinie von Jörg Stünkel. Trotz einiger Kritikpunkte in Position 2 konnte er dies mit gutem Fellhaar, feinen Kopf- und guten Rumpfzeichnungen kompensieren. Er wurde mit 482,5 Pkt. erster Rassemeister. Die acht Tiere von Michael Löhr waren in Position 2 qualitativ etwas gleichmäßiger und zeigten vielfach die erwünschte satte Farbe ohne Durchsetzungen. Er kam mit 481,5 Pkt. auf den zweiten Platz, und sein Siegerrammler konnte mit 97 Pkt. voll überzeugen. Dem am nächsten kam die ZGM Armin und Susanne Sierth (478). Darüber hinaus hatte auch die ZGM Regen-Bötz ein v-Tier. Sowohl der blau-weiße, als auch der havannafarbig-weiße Farbenschlag müssen breiter aufgestellt werden, um in vollem Umfange das Niveau der schwarz-weißen Rassevertreter zu erreichen.

Englische Schecken

151 Englische Schecken, schwarz-weiß, stellten sich in großer Anzahl in ganz hervorragender Spitzenqualität, aber auch sehr breiter Leistungsdichte der Preisrichtergruppe. Dieser Eindruck, den ich schon beim Einstallen gewonnen hatte, wurde durch die Bewertungsergebnisse untermauert. Nachträglich glaube ich feststellen zu dürfen, noch nie eine so hohe ausgeglichene Qualität in dieser Breite gesehen zu haben. Schön, dass die Preisrichter nebst Obmann „auch in die Vollen“ gingen. Die ersten drei Titelträger in der Rassemeisterschaft kamen in der Gesamtwertung der Schau auf die Plätze zwei, drei und vier. Mir ist aufgefallen, dass sich das Gewicht unterhalb der 3,0-kg-Grenze eingependelt hat. Die Ohrenstrukturen haben sich deutlich verbessert, und lange, dünne und faltige Ohren sind fast verschwunden. Auch wirklich grobe und leichte Seiten sah man nur noch recht selten. Handlungsbedarf liegt meines Erachtens jedoch immer noch in der gewünschten (Posthorn-) Schablone, die durch die mehrreihige schräg beziehungsweise gewölbt zu den Weichen hin verlaufende Kettenzeichnung und deren Übergang in die Lenden- und Schenkelpartie gekennzeichnet ist. In den etwas schwächeren Zuchten sah man noch recht häufig „breite“ Zeichnungen außerhalb dieser soeben beschriebenen Schablone. Dass es die eine oder andere Unterbrechung, eine etwas volle oder auch leichte Zeichnung gab und sicherlich auch künftig geben wird, ist meines Erachtens gegenüber der Forderung nach der Einhaltung der Schablone sekundär, denn die Optik wird in erster Linie durch das „Posthorn“ bewirkt! Dieses wurde in den führenden Zuchten – und nicht nur bei den Erstplatzierten – ganz vorzüglich präsentiert – allerdings auch in einer etwas unterschiedlichen Art. Während die Tiere von Michael Löhr (sehr) fein punktiert waren und dadurch zwangsläufig etwas an Farbe verloren, zeigten vor allem die Rassevertreter Josef Kivilip, aber auch die von Erik Büscher und Wolfgang Knuth, etwas kräftigere Punktierungen. Klar ist, dass das eine etwas bessere Farbe bewirkt. Hier gibt es unstreitig eine Gratwanderung! Formlich waren die Tiere allesamt eine Demonstration der Spitzenklasse mit leicht gestrecktem Körper: Und: Einen „Engländer“, der keinen perfekten Stand hat, braucht man überhaupt nicht mehr auszustellen! Das fein und gleichmäßig begrannte Fellhaar war vielfach ebenso eine Augenweide. Vor allem die Tiere von Michael Löhr setzte hier mit viermal 14,5 Pkt. neue Maßstäbe. Letztlich war dies die Basis für seine grandiosen Ergebnisse mit dem ersten Platz in der Meisterschaft (486,5), der besten Häsin der Schau (98) und der Siegerhäsin (97,5). Zweiter wurde Josef Kivilip (486), gefolgt von Erik Büscher (485,5). Den Siegerrammler stellte Josef Kivilip mit 97,5 Pkt. Dass Wolfgang Knuth mit vier v-Tieren „leer“ ausging, ist ein schwacher Trost auf höchstem Niveau. Es folgten Werner Winkens mit zwei v-Tieren und Jean-Claude Kormann, Florian Rolf und Konrad Leipold mit je einem v-Tier.

Die 76 Englischen Schecken, blau-weiß, waren nicht ganz auf dem Niveau der schwarz-weißen Rassevertreter. Wenn man aber berücksichtigt, dass einige führende Zuchten der vergangenen Jahre nicht vertreten waren, kann man sowohl mit der Tierzahl, als auch mit der Qualität sehr zufrieden sein. Vor allem schienen die Tiere farblich etwas verbessert. Allen voran setzte hier Eberhard Krüger ein Zeichen, dessen Tiere allesamt eine „10“ bekamen und auch in den Positionen 2 und 3 sehr ansprechend waren. Mit 483 Pkt. wurde er zweiter Rassemeister. Erstmals stand Marille Lengert aus dem Elsass auf dem „Treppchen“ und wurde Dritte. Ihre Tiere hatten vorzügliche Kopf- und gute Rumpfzeichnungen. Augenmerk sollte hier aber auf das knappe Gewicht gelegt werden. Das beste Gesamtergebnis erzielte Karl-Heinz Himpel (484), er hatte allerdings auch doppelt so viele Tiere in der Konkurrenz wie die Vorgenannten. In der Spitze punkteten diese durch eine Kombination von „19/14“ in den Positionen 2 und 3 in Verbindung mit sehr sauberen Kopfzeichnungen. Sein herausragender Siegerrammler war eine Augenweide und wurde meines Erachtens völlig zu Recht mit 97,5 Pkt. deutlich hervorgehoben. Die Siegerhäsin, die für ihre vorzügliche Fellhaarstrukturen gelobt wurde und 97 Pkt. erhielt, kam von der ZGM Christian und Reinhard Barth. Aber auch die Tiere von Jakob Albrecht waren sehr ansprechend, und er stellte neben den Genannten das einzige v-Tier.

Erfreulicherweise hat sich Meldezahl bei den Englischen Schecken, thüringerfarbig-weiß, mit 89 Tieren gegenüber den Vorjahren wieder etwas erhöht, waren sie doch einst in Masse und Klasse den schwarz-weißen Vettern völlig ebenbürtig. In „Form und Fell“ konnten die besten Zuchten durchaus mithalten. Vielfach sah man recht kräftige Typen, die meines Erachtens schon fast am Rande des „etwas gestreckten Körpers“ waren. Die sprichwörtliche Eleganz der Rasse darf nicht verloren gehen! In der Rumpfzeichnung gab es jedoch fast einen Klassenunterschied. Viele Tiere waren in der Punktierung etwas grob und vor allem etwas breit und „plattig“ gezeichnet. Es fehlte an der im schwarz-weißen Farbenschlag beschriebenen Schablone. Über den gesamten Zuchtstamm gesehen, konnten hier eigentlich nur die Tiere von Michael Büscher überzeugen. So zeigte er auch das einzige Tier mit einer „15“ in der Rumpfzeichnung. Nicht vergessen darf man in diesem Zusammenhang, dass auch der wie mit einem Pinsel gezogene Aalstrich zu dieser Position gehört! Auch farblich gibt es durchaus noch Verbesserungspotenzial. Manche Tiere waren einfach „zu einfarbig“ – entweder etwas hell oder etwas dunkel. Gewünscht wird – wie beim Thüringer – die gelbbraune Farbe mit rußfarbigem Anflug an den kurzbehaarten Zeichnungsmerkmalen des Kopfes und an den Schenkeln. Im Fellhaar sah man ausgesprochene Spitzenleistungen, und in den drei führenden Zuchten standen mehrere Tiere mit der Traumnote „14,5“ – eine tolle Leistung! Erster Rassemeister wurde Reinhold Ellenberg (485,5), gefolgt von Wolfgang Poser (483,5). Beide Züchter hatten auch ein Siegertier. Wolfgang Poser stellte den Siegerrammler mit 97 Pkt. und Reinhold Ellenberg die Siegerhäsin mit 97,5 Pkt. Dirk Wohlgemuth zeigte darüber hinaus eine hochfeine Häsin mit 97,5 Pkt., und je ein v-Tier kam von Marille Lengert und Mirko Milimonka. Die Streuung der v-Tiere beweist, dass der Farbenschlag qualitativ erfreulich breit aufgestellt war.

Die Züchter der Englischen Schecken, dreifarbig-weiß, die in diesem Jahr nur mit 30 Tieren in vier Zuchten vertreten waren, müssen aufpassen, dass der jüngste, sehr attraktive Farbenschlag nicht den Anschluss verliert. Nur eine Kombination aus Werben, Ausstellen und dem Abgeben guter Tiere – leider war kein Rassevertreter verkäuflich gemeldet – kann zu einer besseren Verbreitung beitragen. Die Qualität stimmte in allen vier Zuchten. Man sah durchweg prima Typen und sehr gutes Fellhaar. Auch die Kopfzeichnung wurde zu Recht mit 14,5 beziehungsweise 15 Pkt. bewertet. In der Rumpfzeichnung hatten die Tiere des ersten Rassemeisters Philippe Eckstein (483,5) jedoch klare Vorteile. Auch der etwas voluminösere Rahmen konnte gefallen. Im Übrigen waren die Ketten- und Seitenzeichnungen noch recht zusammenhängend. Die besondere Eigentümlichkeit dieser Rasse, nämlich die Zweifarbigkeit (schwarz-gelb) der Zeichnungsfarbe, wurde sehr ordentlich gezeigt. Mit 482 Pkt. folgte Franz-Josef Thelen auf dem zweiten Platz in der Rassemeisterschaft, und er zeigte mit 97 Pkt. den Siegerrammler. Aber auch in den beiden anderen Zuchten von Thomas Schmidt und Reinhold Opfermann stand je ein v-Tier.

Zwergschecken

In diesem Jahr wurden mit 89 Zwergschecken, schwarz-weiß, und drei homozygoten Rassevertretern deutlich mehr Tiere ausgestellt als zuletzt. Die Gewichtsspanne zwischen 1,4 und 1,9 kg wurde ausgenutzt, wobei sich fast alle Zuchten im oberen Drittel bewegten. Seit vielen Jahren bevorzugen Dieter Heuschele und Josef Konrad jedoch den eher etwas kleineren Typ mit zwangsläufig auch etwas kürzeren Ohrenstrukturen. Dazu zählte auch der alles überragende Rammler von Josef Konrad, der mit 98 Pkt. (20/19/14/15/15/10/5) zum besten Rammler der Schau gekürt wurde. Insgesamt fiel auf, dass doch recht viele Tiere in Position 2 für Brustfell, schmale Formen, eckige Hinterpartien und etwas zu lange Ohren bestraft wurden. Bei einem Gewicht von 1,8 kg beziehungsweise knapp 1,9 kg lassen sich meines Erachtens auch kaum Ohren von unter 7,0 cm realisieren. Das kurze und mit gleichmäßiger Begrannung ohne weit überstehende grobe Haarspitzen geforderte Fellhaar wurde auf breiter Front sehr gut gezeigt. Dies war auch das herausragende Merkmal der Siegerhäsin (97,5) von Klaus Augustinowitz, der auch den Siegerrammler (97) präsentierte. Seine Tiere zeigten im Durchschnitt die besten Rumpfzeichnungen. Darunter waren gleich zwei Rassevertreter, die eine „15“ bekamen. Er hat sicherlich mit seiner Zucht gegenüber den Vorjahren einen deutlichen Qualitätssprung gemacht und wurde mit 483 Pkt. erster Rassemeister. Auf dem zweiten Platz folgte Dieter Heuschele mit 482,5 Pkt. Es ist Chronistenpflicht, darauf aufmerksam zu machen, dass im Frühjahr Dieter Heuschele die Ehre hatte, 20 Tiere in die USA zu exportieren, um so maßgeblich diese Rasse dort mit aufzubauen. So konnte er in diesem Jahr nur den immer noch sehr ansehnlichen „zweiten Anzug“ präsentieren. Den dritten Platz in der Rassemeisterschaft belegte Inge Wiegner (478,5).

Nur 23 Zwergschecken, blau-weiß, stellten eine zahlenmäßig sehr schwache Konkurrenz dar, und so konnte einerseits kein Siegertier und andererseits nur ein Rassemeister vergeben werden, den sich Inge Wiegner mit 480,5 Pkt. sicherte. Der Gewichtsrahmen lag zwischen 1,57 und 1,79 kg. In „Form und Fell“ waren die Tiere ausgeglichen und auf sehr gutem Niveau. Darüber hinaus zeigte eines ihrer Tiere einen vorzüglichen Rassewert und kam auf 97 Pkt. Einige Rassevertreter waren allerdings auch etwas grob gezeichnet. Dieter Heuschele zeigte nur zwei Tiere, die aber herausragende 97 und 97,5 Pkt. machten. Es waren prima Typen mit großartigen Kopfzeichnungen und satten Farben.

Die 50 Zwergschecken, havannafarbig-weiß, sowie die drei homozygoten Rassevertreter sind seit Jahren im Gewichtsrahmen und in den einzelnen Positionen von allen „Zwerg-Farbenschlägen“ am wenigsten ausgeglichen. Man ist hier aber auf einem sehr guten Weg, das zu ändern. Ich meine, bisher noch keine so niveauvolle Konkurrenz auf einer „Überregionalen“ gesehen zu haben. Diese wäre sicherlich noch besser gewesen, wenn Dieter Heuschele mehr als nur seinen hochfeinen Altrammler (97,5 Sieger) hätte ausstellen können. Die Tiere hatten, pauschal ausgedrückt, den höchsten Gewichtsrahmen und auch die längsten Ohrenstrukturen unter den Zwergschecken. Aber man will sich ja bewusst von den Typenzwergen absetzten – mit Erfolg! Diesbezüglich waren zehn Tiere von Jens Günther eine Augenweide und bildeten vom Typ über den Rassewert und ganz besonders in der Farbe eine Einheit. So war es absolut konsequent, dass er mit 483,5 Pkt. deutlich erster Rassemeister vor Heinrich Richly (478,5) und der ZGM Sierth (477) wurde. Für das ausgeglichene Niveau sprach auch, dass die ZGM Groß zwei v-Tiere stellte, darunter die Siegerhäsin mit 97 Pkt. Die ZGM Groß zeigte auch die drei homozygoten Tiere, von denen eines mit „vorzüglich“ ausgezeichnet wurde. Diese positiven Äußerungen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass einige Tiere noch etwas schmal waren und loses Brustfell oder Hüftknochen zeigten. Auch das Fellhaar sollte noch etwas dichter und kürzer werden. Dennoch: Das Gesamtpaket stimmte!

Im dritten Jahr nach ihrer Anerkennung wird immer deutlicher, dass es die Zwergschecken, thüringerfarbig-weiß, sehr sehr schwer haben werden, sich zu behaupten. Nur Gisela Köck stellte sieben Rassevertreter – allerdings auf prima Niveau. Immerhin zeigte sie vier hv-Tiere! Man sah gute Typen mit außergewöhnlichen Fellhaarstrukturen (2x 14,5), und auch der Rassewert war sehr ansprechend. Aber eine solche Leistung macht eigentlich erst in einer richtigen Konkurrenz Spaß. Hoffen wir also auf das nächste Jahr!

Was ist los mit den Zwergschecken, dreifarbig-weiß, die nur noch mit 43 Tieren vertreten waren? Noch vor zwei Jahre sah man mehr als doppelt so viele Rassevertreter, und im Vorjahr waren es noch 64. Auch die Ausstellerzahl hat deutlich abgenommen, sodass ich schon einmal vorsichtig die Alarmglocken läuten möchte, denn eine Abwanderung in andere Farbenschläge hat nicht stattgefunden. Qualitativ waren die Tiere meines Erachtens prima aufgestellt. Dabei hat sich der Größenrahmen stabilisiert. Bei den Erstplatzierten sah man tendenziell Tiere, die nicht leichter werden sollten. Dies galt in erster Linie für einige Tiere von Anne Meinema, die mit einem ausgeglichenen Stamm und 478,5 Pkt. zweiter Rassemeister wurde. In Körperform, Typ und Bau zeigte Volker Weppler die besten Tiere und wurde mit feinen 482,5 Pkt. erster Rassemeister. Auch die Rassewerte seiner Tiere konnten sehr gefallen. Aushängeschild war hier sicherlich sein Siegerrammler (97). Leider nur zwei, aber dafür ganz ausgezeichnete Tiere, stellte Otmar Pötz (97; 96). Recht viele Zwergeschecken zeigten eine ordentliche schwarz-gelbe Verteilung der Zeichnungsfarbe, wobei in erster Linie die Intensität mit dem nötigen Glanz vielfach noch etwas fehlte.

Fazit

Insgesamt erlebten wir wieder eine prima Veranstaltung, wenn es vielleicht hier und da auch aufgrund relativ geringer Erfahrung der kleinen Mannschaft etwas hakte. Längst haben aber nicht alle Clubs die Herausforderung zur Ausrichtung einer solchen Schau angenommen, sodass bei Kritik durchaus Zurückhaltung geboten ist.

Im vergangenen Jahr durften erstmals homozygote Tiere ausgestellt werden. Es waren nur sechs Rassevertreter ausgestellt und ich wagte die Prognose, dass sie auf Großschauen „Mauerblümchen“ bleiben würden. Dies hat sich zwischenzeitlich durch die Bundes-Kaninchenschau 2015 in Kassel mit drei ausgestellten Tieren und neun auf der diesjährigen „Überregionalen“ durchaus bestätigt. Der züchterische Wert bleibt natürlich völlig unbestritten.

Deutsche Riesenschecken und Englische Schecken scheinen zurzeit jeweils im schwarz-weißen Farbenschlag die quantitativ und qualitativ breit aufgestellte Spitze der Scheckenzucht darzustellen. Die anderen Farbenschläge hinken in beiden Rassen mehr oder weniger hinterher. Rheinische Schecken und Kleinschecken haben sich in den vergangenen Jahren im Typ gefestigt. Man darf in diesem Zusammenhang auf die Argumente gespannt sein, warum eine Gewichtsanhebung sinnvoll sein soll. Die Zwergschecken setzen sich recht deutlich und vielfach im oberen Drittel der Gewichtsspanne unter Einbeziehung der Ohrenlänge von den Typenzwergen ab. Die beiden vergangenen „Überregionalen“ bestätigten jedoch bei nunmehr stabilen Zahlen, dass der große Boom vorbei ist.

Die Arbeitsgemeinschaft der Scheckenzüchter ist nun – wie auch andere Clubs – gefordert, im Rahmen der anstehenden Standardüberarbeitungen sinnvolle und tierschutzgerechte Änderungsvorschläge zu unterbreiten, um die Basis zu schaffen, dass unsere Scheckenrassen auch künftig der „Hingucker“ auf allen Ausstellungen bleiben! In einer kurzen Besprechung im Rahmen dieser Schau wurde der „Fahrplan“ für die Vorgehensweise zur Erarbeitung der Änderungsvorschläge besprochen.

Abschließend möchte ich mich natürlich auch im Namen aller Aussteller bei den sächsischen Clubs und dem örtlichen Kleintierzuchtverein für die große Gastfreundschaft während der Schau herzlich bedanken. Gleichzeitig sollte aber auch schon Vorfreude aufkommen auf die 43. „Überregionale“ am 14./15. Oktober 2017 in Wallmerod bei Montabaur im Landesverband Rheinland-Nassau!

Den redaktionell aufbereiteten Bericht inklusive zahlreicher Bilder von der Veranstaltung und von den Siegertieren lesen Sie in Ausgabe 12/2016 der Kaninchenzeitung.

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