1 Half Banner Top

2 Full Banner Top / 3 Super Banner Top

32. Bundes-Kaninchenschau 2015 in Kassel

16.12.2016

32. Bundes-Kaninchenschau Kassel Foto: Michael F. Krause

32. Bundes-Kaninchenschau 2015 in Kassel

Knackig waren nur – die Möhren. Herausragender Samstag lässt manches Manko kurzzeitig vergessen.

Um es vorwegzunehmen: Für die breite Öffentlichkeit  –  unbestätigten Angaben zufolge sollen es mehr als 10.000 Besucher gewesen sein – war die 32.  Bundes-Kaninchenschau 2015 in Kassel eine tolle Sache. Wer am Schauwochenende des 19. und 20. Dezember die Messe in Kassel betrat, dürfte überwältigt gewesen sein ob des Treibens in den liebevoll geschmückten Hallen. Über 23.000 Rassekaninchen – 19.475 in der Allgemeinen Abteilung, 2.367 in der Jugend, 842 im Herdbuch und 56 im Herdbuch-Angora sowie nicht zu vergessen die 433 Neuzüchtungen – machten mächtig Eindruck. Und mit 115 Nummern Erzeugnissen zeigten auch die HuK-Gruppen ihr beeindruckendes Können. An den Tierverkaufsständen in Halle 3/4 herrschte Hochkonjunktur, und während der „heißen Phase“ am Samstagmorgen bildeten sich meterlange Warteschlangen. Vorbei an Industrieausstellern und dem Büro der Ausstellungsleitung bis weit in die benachbarte Halle 1/2 standen die Kaufwilligen dicht an dicht – ein Nadelöhr für alle Passanten.

An der Basis

ERÖFFNUNGSFEIER

Publikumsnah und -wirksam waren sicherlich auch die Eröffnungsfeier sowie die von der Ausstellungsleitung initiierte „Kaninchenversteigerung“ in Halle 10/11 am Samstagvormittag. Dort war auch die Gastronomie untergebracht; mitten in dieser wuseligen Geschäftigkeit waren neben den besonders Geladenen viele Hundert Züchter willkommene Gäste der offiziellen Eröffnung. Ausstellungsleiter Bernhard Große begrüßte zahlreiche hochrangige Ehrengäste aus Politik, Organisation, ausländischen Verbänden und das ZDRK-Präsidium, genannt seien: Schirmherr Michael Roth, Staatsminister für Europaangelegenheiten im Auswärtigen Amt, Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann, Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen, die Schweizerin Esther Huwiler, Generalsekretärin des EE-Verbands, Peter Iseli (CH), Roland Olinger (LUX), Derek Medlock (GB) und Tonnie Oomen (NED) sowie ZDRK-Präsident Erwin Leowsky und die Vertreter der Landesverbände. Ausstellungsleiter Bernhard Große zeigte sich mit dem Meldeergebnis insgesamt zufrieden und verwies mit Stolz auf das neu eingeführte Online-Meldeverfahren. Sein ausdrücklicher Dank galt dem ZDRK-Präsidium für das entgegengebrachte Vertrauen und besonders den Helfern sowie Schirmherr Michael Roth. Esther Huwiler zeigte sich – wie ausnahmslos alle anderen Redner – von der 32. Bundes-Kaninchenschau beeindruckt. Zudem entschuldigte sie sich im Namen des Europaverbandes für die schlechte Organisation der Europaschau 2015 in Metz und warb für die nächste Schau dieser Art 2018 in Dänemark. Szenenapplaus erhielt ZDRK-Präsident Erwin Leowsky, der Esther Huwiler regelrecht in Schutz nahm. „Entschuldigen müsste sich hier ein Vertreter des französischen Verbandes. Das wäre angebracht!“, sprach er deutliche Worte. Als Aufwertung der 32. Bundes-Kaninchenschau sah er die hohen Vertreter aus der Politik und die vielen internationalen Gäste. Auch Bernhard Große dankte er ausdrücklich und freute sich über das gute Meldeergebnis, trotz der Startschwierigkeiten aufgrund der Online-Anmeldung. Schirmherr Michael Roth rückte die tägliche Züchterarbeit und die Schwierigkeiten, das Hobby Rassekaninchenzucht überhaupt betreiben zu können, in den Mittelpunkt seiner Ansprache. Kaninchenzucht sei „Teamarbeit in der Familie“, und ein guter Kaninchenzüchter sei für ihn auch immer ein guter Staatsbürger. Sehr gern habe er das Amt des Schirmherrn übernommen, sagte er und eröffnete die Schau nach gerade einmal 45 Minuten unter tosendem Applaus.

AUKTIONEN

Als fester Bestandteil einer Bundesschau kristallisiert sich mittlerweile die Scheckübergabe der vom RKZ-Forum ins Leben gerufenen „Kaninchenauktion“ heraus. Dieses Mal überreichte Kai Sander je einen symbolischen Scheck in Höhe von 3.000 Euro an die Elternhäuser der Kinderkrebshilfen in Kassel und Göttingen (siehe hierzu Bericht auf Seite 22).
Für Begeisterung sorgte die Versteigerung von 25 Siegertieren (siehe hierzu Bericht KaninchenZeitung 3|2016 S.23). Ausstellungsleiter Bernhard Große und MdL Wolfgang Decker verstanden es in bester Auktionator-Manier, ein Vielfaches der regulären Verkaufspreise zu erzielen. Dank gilt aber vor allem den Züchtern, die diese Aktion zu einem Erfolg werden ließen und zeigten, dass Rassekaninchenzüchter für einen guten Zweck gern auch einmal etwas tiefer in die Tasche greifen. Aufgrund weiterer nachträglicher Spenden und großzügiger Aufstockungen der Erlöse durch den ZDRK durften sich die beiden Elternhäuser der Kinderkrebshilfen Kassel und Göttingen schließlich über Spenden von jeweils mehr als 3.000 Euro freuen.

Nicht alles Gold, was glänzt

Alles super also, sollte man meinen. Doch leider kann und darf das bedeutendste Event unseres Hobbys nicht ausschließlich auf diese beiden Tage reduziert werden. Die von diversen Unstimmigkeiten und Unsicherheitsfaktoren geprägte Planungsphase und eine suboptimale Kommunikationspolitik mit verschiedenen Gremien und Züchtern zeigten nachhaltig negative Wirkung.

Online-Anmeldung – nicht Fisch, nicht Fleisch

Rückblende: Bei der Bundestagung 2014 in Templin hatte sich das erweiterte ZDRK-Präsidium „nach langer Diskussion (…) mit knapper Mehrheit für den Wunsch Bernhard Großes, die Meldung nur über das Internet erfolgen zu lassen“ entschieden (Kaninchenzeitung 15/16|2014, S. 10 VerbandsNews). Ein Probelauf im Rahmen einer LV-Schau Kurhessen sollte auch die letzten Bedenken wegwischen. Dieser erfolgte allerdings nicht. Und so drang deshalb lange Zeit nur wenig Greifbares zum Projekt Online-Anmeldung an die Öffentlichkeit  abgesehen vom Werben Bernhard Großes bei öffentlichen Veranstaltungen wie LV-Schauen und Jahreshauptver-sammlungen. Hinter den Kulissen schien sich dann aber doch etwas zu tun. Das Augenmerk richtete sich nun auf die Bundestagung 2015 in Oberhof, wo das Programm vorgestellt werden sollte. Und tatsächlich präsentierte Bernhard Große zur Schulung der Referenten für Zucht- und Schulungswesen diverse Anmeldemasken und nahm wichtige Hinweise mit in die Sitzung des erweiterten ZDRK-Präsidiums. „Bernhard Große erklärte schließlich, dass die geforderten Änderungswünsche umgesetzt würden und mit einer Freischaltung der Online-Meldung Anfang Juli zu rechnen sei“, hieß es in der Kaninchenzeitung 15/16|2015 (S. 6, VerbandsNews). Dieser Termin wurde allerdings nicht eingehalten, was eine Telefonschaltkonferenz am 16. Juli 2015 zur Folge hatte. Resultat: Das Programm stand zwar offenbar unmittelbar vor seiner Fertigstellung, doch konnte „ein genauer Termin für die Freischaltung aktuell allerdings nicht mitgeteilt werden (…)“ (Kaninchenzeitung 15/16|2015, S. 5). Die Online-Anmeldung hatte also einen holprigen Start und schaffte es bis zur Freischaltung Anfang September 2015 nicht, alle Kritiker zu überzeugen – zu dürftig war hier die Informationspolitik. Die Züchter an der Basis blieben zu Recht skeptisch. Nach einem Blitzstart sank das Interesse, sodass am offiziellen Meldeschluss lediglich rund 21.500 Rassekaninchen zu Buche standen. Zu wenig für Ausstellungsleiter Bernhard Große, der stets die 25.000er-Marke anvisiert hatte und nach eigenem Bekunden daher gern die Tierzahlbegrenzung – deren Befürworter er einst war – gekippt hätte. Letztlich durfte er aber nur die Meldefrist verlängern. Das brachte zwar noch einige zusätzliche Kaninchen, doch das gesteckte Ziel – zugleich Berechnungsgrundlage – für die Schau wurde verfehlt.

NICHT AUSSTELLEN – EIN PROTEST

Anhand des verhältnismäßig starken Einbruchs um rund 3.000 Rassekaninchen im Vergleich zu Karlsruhe 2013 ist der demografische Wandel als alleinige Ursache für den Rückgang der Meldezahlen praktisch auszuschließen (siehe Kaninchenzeitung 1|2016, S. 3). Viele Züchter haben die 32. Bundes-Kaninchenschau als Aussteller offenbar bewusst boykottiert. Dabei dürften nicht unbedingt die Ablehnung des Computers an sich, also das „Wollen“, sondern vielmehr mangelnde Transparenz und Sorge um die Datensicherheit ausschlaggebend gewesen sein. Soll die Online-Anmeldung, die definitiv ihre Vorteile hat, auch weiterhin Bestand haben und sollen hohe Meldezahlen erreicht werden, braucht es neue Lösungsansätze, um die Skeptiker zu überzeugen. Vielleicht liegt die Lösung ganz einfach zunächst in der goldenen Mitte: indem den Züchtern zwar die Option der klassischen Meldung – eventuell gegen eine zusätzliche Bearbeitungsgebühr – angeboten wird, die Online-Anmeldung aber durch diverse „Bonbons“ mit deutlich größeren Anreizen versehen wird.

Planung mit unbekannten Größen

Wie auch immer – Bernhard Große war aufgrund der Ungewissheit um die tat-sächliche Größenordnung „seiner“ Bundes-Kaninchenschau nicht zu beneiden. Finanzen, Logistik und Planungen wurden dadurch unmittelbar beeinflusst. Sah die ursprüngliche Planung noch die Rothenbach-Halle für die Eröffnungsveranstaltung und Gastronomie vor (Kaninchenzeitung 11/12|2015, S. 12 und 23/24|2015, S. 24), war der Ausstellungsleiter nun wenige Wochen vor der Schau gezwungen, diese aus Kostengründen zu streichen. Neben dem ohnehin immensen logistischen Aufwand einer solchen Großveranstaltung musste nun also der Hallenplan neu erstellt und abgesegnet werden. Das Ergebnis konnte sich dennoch sehen lassen, sodass die Hallen zwar gut gefüllt, die Gänge zwischen den Gehegen aber trotzdem ausreichend breit waren. Leider fielen dem Umgestaltungsprozess die Erhaltungszuchten und die „Rasse des Jahres“ zum Opfer, welche die Ausstellungsleitung zu gern gesondert präsentiert hätte. Trotz geminderter Kapazitäten ging es in der Messe nur an den Bewertungstagen wirklich eng zu, als die Preisrichter vornehmlich an den Seiten der Hallen ihren Dienst verrichten mussten. Die Zuträger mussten deshalb weite Wege auf sich nehmen. Dafür verdienen sie ein Extralob und große Anerkennung.

HELFERÜBERHANG NUR AUF DEM PAPIER

Wer als Helfer oder Preisrichter zur 32. Bundes-Kaninchenschau zugegenwar, wurde zwangsläufig mit einem ge-wissen Helfermangel konfrontiert. Die Auswirkungen waren an vielen Ecken und Enden spürbar – etwa an den Bewertungstagen, als für die Arbeit der Preisrichter nicht genügend Zuträger vorhanden waren. Während einige Zuträger einer Doppelbelastung ausgesetzt waren, schritt mancher Preisrichter selbst zur Tat und organisierte sich zeitweise seine Tiere selbst. Auch Hilfspreisrichter – und das ist im Sinne einer guten Ausbildung besonders ärgerlich – wurden in der Not zu Zuträgern umfunktioniert. Es ist bedauerlich, dass diesen angehenden Preisrichtern so die Chance verbaut wurde, die eine oder andere eher seltene Rasse auch einmal in die Hand zu bekommen. Der gesamte Bewertungsablauf geriet trotz der Notlösungen gewaltig ins Stocken. Neben der allseits spürbaren Unzufriedenheit provozierte, dass einige Preisrichtergruppen schon zur Mittagszeit ihr Kontingent abgearbeitet hatten, andere hingegen bis in den Nachmittag beschäftigt waren. Währenddessen verrichtete nur eine Handvoll Helfer je Halle unermüdlich bis in die späten Abend-stunden ihren Dienst. Ihnen ist es zu verdanken, dass es um die Versorgung der Rassekaninchen insgesamt gut bestellt war. Dass diese Mannen dann nicht auch noch die Kraft und Muße hatten, abschließend die Hallen zu fegen, ist wohl jedem verständlich. Und wer einmal eine verbindliche Auskunft suchte, fand eher selten einen Ansprechpartner, respektive Hallenmeister. Geht es schließlich an den Abbau einer Bundesschau, sind freiwillige Helfer generell rar. So bediente sich die Ausstellungsleitung neben einigen unverwüstlichen Zuchtfreunden auch externer Kräfte. Ein probates, aber auch kostspieliges Mittelund möglicherweise irgendwann Standard bei unseren Großveranstaltungen. Wer sich noch an die jüngste 25. Bundes-Rammlerschau 2015 in Ulm erinnert, wird feststellen, dass dort genau das Gegenteil der Fall war: flotter Auf- und Abbau, zügige und entspannte Bewertung, bestens versorgte Tiere und blitzblanke Hallen am frühen Abend sowie stets ein bestens instruierter Hallenmeister als Ansprechpartner. Kassel zeigte somit deutlich, wie sehr eine Bundesschau mit ihren Helfern steht und fällt. Auch Bernhard Große wusste natürlich um die Bedeutung der Helfer für eine derartige Veranstaltung und hatte eine ausreichende Anzahl vorgesehen. Rund 20 Zuchtfreunde waren gar als „Überhang“ eingeplant, um bei Bedarf die teilweise neu formierten Teams zu unterstützen. Knackpunkt war hier aber sicherlich die neue Art der Kommunikation. Mit der Bereitstellung der Helferliste auf der Homepage www.bundesschau.de am 3. Dezember 2015 war vonseiten der Ausstellungsleitung die Einladung ergangen und auf den Verzicht weiterer schriftlicher Mitteilungen hingewiesen worden. Doch dies kam offenbar nicht bei allen Züchtern an, die willens gewesen wären mitanzupacken: ein klassisches Kommunikationsproblem!

Zum Bewertungsablauf

Wie bereits angedeutet, stand die Bewertungsarbeit der Preisrichter unter keinem guten Stern. Und als ob das Helfer-defizit nicht schon Handicap genug gewesen wäre, erfolgte die Preisverteilung am ersten Bewertungstag auf Grundlage der falschen AAB. Da sich dies erst am späteren Mittag offenbarte, wurde folglich auch der eine oder andere Titel nicht auf den Bewertungsurkunden sowie im Katalog und auf den Sieger-/Meisterlisten dokumentiert. Auch beklagten mehrere Obmänner die undurchsichtige oder unlogische Zusammenlegung mancher Rassen zur Vergabe von Meistertiteln und den immensen Papierkrieg. Dass sich die Geister an so mancher Bewertung schieden, ist keine Überraschung und wurde auch in Kassel wieder deutlich. Dass aber innerhalb mancher Zuchtgruppen ein Bewertungsgefälle vom v- in den g-Bereich auftrat, ist schon bemerkenswert und war für die betroffenen Züchter meist nicht nachvollziehbar. So ist es nicht verwunderlich, dass Preisrichter wie Zuträger der Redaktion der Kaninchenzeitung gegenüber von einer mangelnden Absprache innerhalb der Gruppen berichteten. Hier sei die Frage erlaubt, wie zielführend so ein Verhalten ist, wenn doch bekanntermaßen bei Bundesschauen ohnehin die unterschiedlichen Bewertungsniveaus der verschiedenen Vereinigungen aufeinanderprallen? Dass bundesweit einmal ein einheitliches Niveau erreicht wird, scheint bei solchen Gefällen utopisch. Darauf hinzuarbeiten muss aber weiterhin das Ziel sein. Besonderer Dank gilt den Preisrichtern, die sich vom Stress einer solchen Bundesschau unbeeindruckt zeigten und angehenden Kollegen wichtiges Fachwissen vermittelten. Die detaillierte Einschätzung der einzelnen Rassen und somit auch der Leistung der Preisrichter erfolgt in Ausgabe 4|2016 Ihrer Kaninchenzeitung.

Resümee

Es war etwas Sand im Getriebe der 32. Bundes-Kaninchenschau. Das kann nicht ausgeblendet werden. Doch scheint es gelegentlich Bestandteil unseres Hobbys zu sein, dass gern einmal mehr über- als miteinander gesprochen wird. Manches Knirschen im Ablauf – vor allem die Helferproblematik – war ein hausgemachtes Problem. Wären alle Parteien stärker aufeinander zugegangen, hätte einiges vermieden werden können. Es wäre so einfach gewesen: ein Telefonanruf seitens der Ausstellungsleitung hier, etwas mehr Eigeninitiative der Helfer da – etwa ein Blick auf die Homepage. Auch der Verdruss über die Preise für die Deutschen-Meister- und besonders die Deutschen-Vizemeistertitel muss nicht unbedingt sein, gäbe es hier feste Standards oder würden – noch einfacher – die Züchter in die Preiswahl eingebunden werden. Hier fehlte es eindeutig an Anerkennung für die Leistung der Züchter, was sich gut zwei Monate nach der Schau auch darin zeigt, dass noch immer keine berichtigten Meister- und Siegerlisten vorlagen. So werden die in den Stallanlagen mit Herzblut erarbeiteten Leistungen leider nicht angemessen gewürdigt. Zudem scheinen sich auch zwei unwillkommene Verhaltensweisen zu festigen: Trinkgelage zwischen den Käfigreihen, trotz ausreichend großer Gastronomiebereiche, sind längst keine Seltenheit mehr; und das viel zu frühe Ausstallen am Sonntag aufgrund der einsetzenden Aufbruchstimmung beendete schon so manche Schau abrupt und viel zu zeitig. Mit der Einführung der Online-Anmelddung wurde ein mutiger und zukunftsweisender Weg beschritten. Dieser war für die Ausstellungsleitung auf der Zielgeraden aber sicherlich sehr steinig. Ausrichter der künftigen Großschauen kommen in den Genuss, die neue Anmeldeform anwenden zu dürfen, ohne die Blessuren der undankbaren Vorreiterrolle davontragen zu müssen. Das grundlegende Konzept ist es wert, übernommen zu werden. Gewisse Modifizierungen dürfen aber nicht ausbleiben. Wenn es gelingt, den Skeptikern der breiten Basis überzeugende Alternativen zu bieten, wird auch die letzte Kritik an diesem Schritt in die Moderne in absehbarer Zeit verstummen. In der Außenwirkung war Kassel immerhin eine gelungene Veranstaltung. Der überwältigende Besucherzuspruch und das große Medieninteresse an den Schautagen sprechen für sich. Bernhard Große und sein Team haben an diesem Wochenende hervorragende Werbung für unser Hobby betrieben – das verdient Dank und Anerkennung! Intern gilt es jedoch, viele Baustellen zu schließen.Und wenn es in der dringend notwendigen Nachlese zur 32. Bundes-Kaninchenschau gelingt, Positives zu bewahren und die Fehlerliste in konstruktiver Runde ab- und aufzuarbeiten, kann der Einzug der neuen Medien in Kassel 2015 doch noch als richtiger Schritt in die Zukunft des deutschen Schauwesens bezeichnet werden.

Testabo

Zum Angebot

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr