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In der Ruhe liegt die Kraft

21.12.2016

© Sabine Rübensaat

Ewald Kremer (F 158) und sein Deutscher Riese, wildfarben (97). Mit 9,8 kg war dieser der schwerste Rammler der Schau.

Bildergalerie: 24. Bundes-Rammlerschau 2013

Nun ist auch die 24. Bundes-Rammlerschau in Oldenburg Geschichte. Vom 2.bis 3. Februar 2013 traf sich die große ZDRKZüchterfamilie nochmals und feierte einen stressfreien Ausklang der Schausaison 2012/2013. Der traditionell späte Schautermin der Bundes-Rammlerschauen, der etwas abgelegene Veranstaltungsort Oldenburg und vor allem die 27. EE-Europaschau in Leipzig machten sich im Meldeergebnis bemerkbar. 6532 Tiere – davon rund 500 Tiere der Jugend, über 5 800 Kaninchen der Senioren und über 200 Neuzüchtungen –, dazu 2106 Rassekaninchen der angeschlossenen 65. Landesverbandsschau Weser-Ems, entsprachen somit den Erwartungen der Schauleitung.

Bereits beim Käfigaufbau am Dienstag, 29. Januar, deutete sich an, wie die Veranstaltung verlaufen würde – ruhig. Ohne Hektik und Stress war die Arbeit bereits nach wenigen Stunden erledigt. Da bei der Einlieferung am Mittwoch, 30. Januar, zwei Eingänge zur Verfügung standen, war ein reibungsloser Ablauf gewährleistet. Die Züchter mussten nicht lange anstehen, und auch hinsichtlich der Ummeldungen lief alles ohne Reibungsverluste.

Dass die Bewertung zur 65. Landesverbandsschau anlässlich des 100-jährigen Bestehens bereits am Mittwochabend stattfand und somit am Donnerstag, 31. Januar, lediglich die Tiere der Bundes-Rammlerschau bewertet werden mussten, trug maßgeblich zur Entschleunigung des Ganzen bei. Nachdem am Bewertungstag Ausstellungsleiter Christian Ruhr und ZDRK-Präsident Erwin Leowsky die Preisrichter und Helfer begrüßt hatten, gab es eine kurze Einweisung. Klare Ansagen und eine gute Vorbereitung erleichterten den Akteuren die Arbeit. Die Preisrichter erhielten von den Obmännern die Bewertungsunterlagen und fanden problemlos zu ihren Tischen, die mit den Nummern der jeweiligen Gruppe versehen waren. Bewertet wurde – wie inzwischen bei solchen Veranstaltungen üblich – im ABCD-Modus. Joachim Kapp, einer der amtierenden Preisrichter, fasste es treffend zusammen: „Ein Lob an den Veranstalter, unter der Leitung von Christian Ruhr mit seinen Mitstreitern. Die Halle war freundlich und hell, mit hervorragenden Luftverhältnissen. Der Bewertungstag war perfekt vorbereitet, die Bewertungstische standen in der Mitte der Halle, sodass auch die Obleute ohne lange Wege immer präsent waren. Die Bewertung lief sehr ruhig ab. Ebenso perfekt war die Versorgung der Preisrichter und Helfer organisiert. Nochmals besten Dank.“

Ein Fernsehsender war sogar mit einem Kamerateam vor Ort und filmte, wie Zuträger die Tiere in Transportkisten zum Preisrichter brachten und diese das eine oder andere „v“ vergaben. Bereits am frühen Nachmittag war der ganze „Spuk“ schon wieder vorbei und die Arbeit getan – ganz ohne Hektik und Stress!

Nun war es nicht mehr lange bis zur Schaueröffnung, doch war noch einiges zu erledigen. Die Tiere wollten auch weiterhin gut versorgt, die Bewertungsergebnisse eingegeben und der Katalog erstellt werden, die Halle benötigte den letzten Feinschliff bei der Ausschmückung, und auch die Industrieaussteller mussten noch ihre Stände aufbauen. Doch ging alles seinen Gang, jeder wusste, was zu tun ist, und so ließ es sich die Schauleitung nicht nehmen, bereits am Freitagmittag (!!!) mit allen Helfern auf das gute Gelingen dieser Großveranstaltung anzustoßen!

Als sich am Samstagmorgen endlich die Tore der 24. Bundes-Rammlerschau öffneten, bot sich ein für Kaninchenzüchter vertrautes Bild, und es kam wohl zum ersten und einzigen Mal an diesem Schauwochenende
ansatzweise so etwas wie Hektik auf: Der Tierverkauf war zentraler Anlaufpunkt vieler Zuchtfreunde – klar, dass mancher Züchter hier etwas ungeduldig war. Aber die Helfer meisterten auch diese Aufgabe mit
Bravour. Nur ein paar Stunden später schien es so, als sei nichts gewesen.

Eröffnungsfeier mit Freunden aus ganz Europa

Während die Züchter zwischen den Gehegen bereits zum Fachsimpeln übergegangen waren, fand im kleinen Festsaal am Samstagmorgen die offizielle Eröffnung statt. Ehrengäste und Funktionäre – oder besser gesagt: Freunde der großen ZDRK-Familie aus dem In- und Ausland – waren der Einladung nach Oldenburg gefolgt. So begrüßte LVVorsitzender und Ausstellungsleiter Christian Ruhr unter den Ehrengästen Olaf Lies, seit Februar 2013 niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, den er schelmisch als „Ersatzschirmherrn“ ankündigte, da dieser kurzfristig für den eigentlichen Schirmherrn Gert Lindemann eingesprungen war. Als Vertreterin der Stadt Oldenburg war deren Bürgermeisterin Germaid Eilers-Dörfler anwesend. Weitere Willkommensgrüße gingen an ZDRK-Ehrenpräsident Peter Mickmann, ZDRK-Präsident Erwin Leowsky sowie an alle anderen Mitglieder des ZDRK-Präsidiums und an die LV-Vorsitzenden. Besonders freute sich Christian Ruhr über die Vertreter aus den ausländischen Verbänden, so den EE-Präsidenten Urs Freiburghaus und Regula Wermuth (CH), Jeannine Jehl und Jean-Jacques Menigoz (F) sowie Alex Verhelst, Rinus Verhelst, Albert Wijnholds und Geri Glastra (NL). 100 Jahre Landesverband Weser-Ems seien ein zu bedeutendes Ereignis, um es lediglich im kleinen Kreise zu feiern, begründete Ausstellungsleiter Christian Ruhr die Beweggründe für die Ausrichtung der 24. Bundes-Rammlerschau. Deshalb seien sich die Verantwortlichen einig gewesen, dass ein solches Jubiläum mit der gesamten ZDRKZüchterfamilie und den Freunden aus Europa gefeiert werden sollte. Außerdem ließ Ruhr es sich nicht nehmen, den vielen fleißigen Helfern für ihre aufopferungsvolle Arbeit zu danken – schließlich seien es genau diese Menschen, die das Bild einer Schau maßgeblich beeinflussten. Mit einigen Zahlen untermauerte er das Geleistete: 200 Helfer hatten mitangepackt, um den Auf- und Abbau aller Käfige und Gehege zu stemmen, dabei wurden rund 15 000 Futterund Trinkgefäße angebracht, 12 000 Liter Wasser sowie rund sieben Tonnen Futter und 300 Ballen Heu verbraucht. Dies alles bewerkstelligten die Helfer in einer Ruhe und mit einer Sorgfalt, wie sie auch ZDRKPräsident Erwin Leowsky selten zuvor erlebt hatte, und so sprach er ihnen dafür seine Anerkennung aus.

Ein sehr persönliches Grußwort hielt Oldenburgs Bürgermeisterin Germaid Eilers-Dörfler, die Kindheitserinnerungen geweckt sah, da sie selbst auf einem landwirtschaftlichen Betrieb aufgewachsen sei. So bedauerte sie, dass bei der städtischen Bevölkerung mehr und mehr der Bezug zur Tierzucht verloren gehe. Gerade deshalb seien solche großen Veranstaltungen wichtig, um diese Menschen wieder dafür zu sensibilisieren. Zudem lobte sie die Tierschutzbemühungen des Verbandes und seiner Züchter.

Urs Freiburghaus hatte in Oldenburg seinen letzten offiziellen Auftritt als EE-Präsident. Diesen bei einer Veranstaltung des ZDRK zu absolvieren lag ihm besonders am Herzen, habe er doch jahrelang ein sehr gutes Verhältnis zum deutschen Verband und zu dessen Funktionären gepflegt. Besonders die Ansprache seiner Vorrednerin gefiel ihm: „Ich war schon viel in der Politik unterwegs – und immer hatte ein  Politiker früher selbst Tiere oder zumindest eine Tante mit Tieren. Aber Ihnen habe ich es geglaubt!“ Für die Niederlande sprach Alex Verhelst ein Grußwort und lobte dabei die gute Internetpräsenz sowie die Veranstaltung insgesamt. Das allseits beliebte Tandem Jeannine Jehl und Jean-Jacques Menigoz überbrachte die Grüße des französischen Verbandes und stellte dabei heraus, dass das Verhältnis zum ZDRK nicht nur ein Arbeitsverhältnis, sondern vielmehr eine „Freundschaft in Wort und Geste“ sei.

4 500 Euro für Elterninitiative krebskranker Kinder Oldenburg

Im Rahmen der Eröffnungsfeier fand zudem die Scheckübergabe der zweiten Kaninchenauktion statt. Den Versteigerungserlös in Höhe von 4 150 Euro stockte Christian Ruhr im Namen der Ausstellungsleitung noch um 350 Euro auf, sodass Initiator Kai Sander der Elterninitiative krebskranker Kinder Oldenburg e. V. die stolze Summe von 4 500 Euro überreichen konnte. Den Verantwortlichen und allen Spendern sei hierfür nochmals gedankt!

Olaf Lies, der den Titel „Ersatzschirmherr“ mit einem erfreuten Lächeln zur Kenntnis nahm, sprach das abschließende Grußwort. Er selbst hole derzeit mehr oder weniger seine Kindheit nach, indem er seinen Kindern den Umgang mit Tieren ermögliche. Zwar machten Tiere auch Dreck, seien laut und so komme es oft zu Problemen mit den Nachbarn, doch müssten genau diese Konflikte gelöst werden. In seiner ausführlichen, aber keineswegs langweiligen Rede sprach Lies unter anderem den wichtigen Bezug der Politik zum Ehrenamt an, stellte klar, dass die Schirmherrschaft keine Aufgabe, sondern eine Auszeichnung
sei und er deshalb gern „Ersatzmann“ sei. Die lange Liste der Redner zeige, dass es im Hobby Rassekaninchenzucht eine enge Verbundenheit gebe. Als Sinnbild für das Ehrenamt benannte Lies den DPV-Ehrenvorsitzenden Günter Rektor, der ihn schon seit Langem einmal zu einer großen Kaninchenschau habe mitnehmen wollen. Die Freude, dass es nun endlich geklappt hat, war beidseits unübersehbar. Olaf Lies stellte ebenso heraus, dass es ein Anliegen der Politik sein müsse, das Hobby Kleintierzucht weiterhin zu ermöglichen. Unter großem Applaus erklärte Ersatzschirmherr Lies die 24. Bundes-Rammlerschau für eröffnet.

Zuletzt überreichte Christian Ruhr symbolisch in Form eines Pokals den Staffelstab an Uli Hartmann, LV-Vorsitzender von Württemberg-Hohenzollern und Ausrichter der 25. Bundes-Rammlerschau.

Ansonsten herrschte das gewohnte Schautreiben: Züchtergespräche, die eine oder andere Diskussion über richtige oder falsche Bewertungen und neugieriges Flanieren entlang der Stände der Industrieaussteller.
Bemerkenswert war auch hier die Ruhe – diese wird wohl nahezu jedem Besucher positiv in Erinnerung bleiben.

Rekordverdächtig: Halle um 20 Uhr besenrein

Daran änderte auch die obligatorisch aufkommende, leichte Unruhe gegen Schauende am Sonntagmittag nichts. Schließlich ist es legitim, dass die Aussteller beizeiten nach Hause kommen möchten. Bereits gegen 14.30 Uhr waren alle Käfige leer, und es konnte mit dem Abbau begonnen werden. Das von Christian Ruhr während der Eröffnungsfeier optimistisch ausgegebene Ziel, doch möglichst den „Tatort“ am Abend im Fernsehen sehen zu wollen, schien sich herumgesprochen zu haben – um 20 Uhr verkündete Peter Rolfes, dass die Hallen besenrein seien! Da kann man nur sagen: „Hut ab!“

Das Team um Ausstellungsleiter Christian Ruhr, seinen Stellvertreter Rolf Frerichs und den technischen Leiter Johann Vrielink leistete ganze Arbeit. Die 24. Bundes-Rammlerschau wird mit Sicherheit nicht als
eine der spektakulärsten oder größten Schauen in die ZDRK-Geschichte eingehen. Doch einen Superlativ haben sich die Nordlichter redlich verdient: Oldenburg war eine der harmonischsten und ruhigsten Schauen
der jüngsten Vergangenheit!

Testabo

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