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Wenn ein Tier nicht fressen will

Zahnschmerzen sind wahrlich keine Freude. Das weiß jeder, der schon einmal von pochenden, unerträglichen Schmerzen in der Mundhöhle geplagt wurde. An Essen ist da nicht zu denken. Das gilt für uns Menschen genauso wie für Tiere. Dabei gehen bei Kaninchen Appetitlosigkeit und Futterverweigerung besonders häufig auf das Konto von falsch wachsenden und zu langen Zähnen. Kaninchen müssen den ganzen Tag über kleine Nahrungsportionen aufnehmen, damit ihr Magen stets nachgefüllt wird. Dabei reißen oder beißen die Tiere mit ihren Schneidezähnen Nahrungsbrocken ab, die dann mit den Backenzähnen zermahlen und verrieben werden. Ein ständiges Mümmeln, das nicht enden darf. Leiden die Tiere unter Appetitlosigkeit, kann das in kürzester Zeit zu einem lebensbedrohlichen Zustand führen! Dabei sind nach Auskunft der Experten nur 10 % aller Fressstörungen auf unmittelbare Probleme im Verdauungstrakt zurückzuführen. Viel häufiger sind Entzündungen oder Schmerzen im Kopfbereich die Ursache. Oft erweisen sich zu lange Zähne als Übeltäter, denn die bohren sich in die Schleimhaut und lösen damit Entzündungen aus, die mit Schmerzen einhergehen. „Zudem können sich Wurzelentzündungen und Abszesse bilden, die die Situation noch verschlimmern“, so Daniel Prengel, Tierarzt bei der Tierrettung München.

Dabei gilt wie in der Humanmedizin: Vorbeugen ist die beste Medizin. Kaninchenhalter sollten daher vor allem auf die Ernährung achten. Gutes Heu ist reich an Fasern und zudem sehr energiearm. „Die Tiere müssen also andauernd fressen, um ihren Tagesbedarf zu decken!“ Durch diese permanente Futteraufnahme werden die Zähne abgeschliffen, und ein übermäßiges Längenwachstum wird gebremst. Dem Darm tut das obendrein gut, denn der ist, laut Prengel, „optimal auf die Rohfaser eingestellt“.

Werden trotzdem Fehlstellungen oder eine mangelnde Futteraufnahme beobachtet, sollte ein Tierarzt konsultiert werden. Neben Heu sind übrigens auch Trockenkräuter und -blüten (gibt es im Tierhandel) geeignet. Auch Äste und Blätter sorgen für einen abwechslungsreichen und gesunden Knabberspaß. Dabei werden die Äste von den Tieren in der Regel erst entrindet. Das tut den Schneidezähnen gut und sorgt für Kurzweil. Blätter – gut geeignet von Apfel- oder Birnbaum – sind ein wertvolles Raufutter und können auch getrocknet gereicht werden. Brombeerblätter, die auch bei Durchfall helfen können, findet man sogar im Winter.

 

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