1 Half Banner Top

2 Full Banner Top / 3 Super Banner Top

Stallklima und Hitzeschutz

Die bevorstehenden Sommermonate können tagsüber das Klima in Kaninchenställen bei Hitze überaus negativ beeinflussen. Obwohl die Meteorologen erst bei einer Lufttemperatur von über 25 °C von Hitze sprechen, müssen wir in Innen- und Außenställen dazu die herrschende relative Luftfeuchtigkeit und die Luftbewegung als wesentliche Merkmale des Stallklimas betrachten und in Relation bringen.

Wenn an heißen Tagen die sogenannten Tropennächte mit 20 °C und mehr folgen, besteht höchste Alarmstufe für die Haltung unseres wärmeempfindlichen Rassekaninchens. Beispiele für extreme Wetterlagen im Sommer hatten wir im Hitzejahr 2003 mit dem August-Rekord für Deutschland in Karlsruhe und Freiburg von 40,2 °C!

Aber auch im normalen Jahreswetterablauf können immer wieder heftige, wenngleich nicht ganz so extreme Hitzeperioden auftreten. Bei vielen Kaninchen kommt es dann schnell zum Rückgang der körperlichen Leistungsfähigkeit, vor allem bei erwachsenen Tieren. Die Zuchtergebnisse von Rammlern und Häsinnen sinken. Es wird weniger Futter aufgenommen. Muttertiere lassen in der Milchleis­tung nach, die Aufzucht leidet. In Ställen, während des Transports und bei Ausstellungen im Freien kann es bei den Tieren unverhofft zu Kreislaufschocks oder Hitzschlägen kommen, die meistens mit Verlusten enden.

Die Hitze im Stall und die Klimawerte

Es ist angebracht und bei heißem Wetter dringend nötig, mit einfachen Messgeräten das Stallklima ständig im Blick zu halten. Auch während der eigenen Abwesenheit (Beruf, Urlaub, Krankheit) muss durch eine zuverlässige Person neben der Versorgung der Tiere auch das Stallklima beobachtet und notfalls schnell und nachhaltig verbessert werden.

Durch rechtzeitiges Handeln lassen sich betroffene Kaninchen nach dem Umsetzen in kühle Räume oder das Einschlagen der Ohren in kalte feuchte Tücher retten. Zudem ist immer auf frisches Trinkwasser zu achten. Die Tiere sollten bald darauf wieder mit dem Fressen beginnen.

Von den zahlreichen Angaben in der Übersicht „Stallklimatische Rahmenbedingungen für die Kaninchenhaltung“ von W. Schlolaut kontrollieren wir besonders folgende wichtige Eckwerte sowie den aktuellen Zustand bei der Unterbringung und Versorgung der Tiere.

In der Praxis bewährt hat sich ein Merkblatt „Hitze-Check Stallklima“ mit allen wichtigen Eckdaten auf einen Blick.

Bei den Schadgasanteilen handelt es sich um Ammoniak, Kohlendioxyd und Schwefelwasserstoff. Kaninchen benötigen für normale Lebensbedingungen 10 bis 18 °C (Zuchttiere) sowie für Jungtiere etwa 20 °C. Eine zu beengte Unterbringung der Kaninchen und Mängel bei ihrer Versorgung müssen unverzüglich geändert werden. Dazu gehören das Umsetzen der Tiere in größere Stallabteile oder in kühle Räume, laufendes Ausmisten zumindest der Kotecken und Kotschubladen sowie das Anbringen erhöhter Ebenen an Innenseiten oder Rückwänden. Täglich ausreichend Frischwasser und leicht verdauliches, leistungsgerechtes Futter für Alt- und Jungtiere müssten eigentlich selbstverständlich sein.

Hitzeschutz durch kurzfristige Baumaßnahmen

Außenställe
Das Dach der Außenstallanlage erhält durch das Befestigen wasser­fester Dämmplatten einen zusätzlichen Hitzeschutz. Der Dachvorsprung sollte dabei vergrößert sein. Sonnenschirme oder Planen sind meist nicht ausreichend und zudem sehr windanfällig. Der Sonne ausgesetzte senkrechte Stallflächen (Seiten, Rückwände oder Fronten) sind mit luftdurchlässigen hellen Vorhängen (keine Kunststoffplanen!) oder Dämmplatten zu versehen. Die Vorderfläche mit der Tür wird mit Abstand so beschattet, dass ein ausreichender Futtergang vorhanden ist.

Innenställe
Öffnen der Fenster und Türen ohne Schaffung von Zugluft und evtl. Aufstellen eines Tischventilators. Für Stallanlagen in ungedämmter Holz- oder Massivbauweise können als Trockenbaumaßnahmen nachträglich Dämmplatten montiert werden. Nachträglich lässt sich auch der Einbau eines Lüftungsschachtes in das Dach bewerkstelligen. Lüftungen lassen sich auch leicht in Seitenwände bzw. Fenster einbauen. Extreme Witterungsbedingungen veranlassen uns Züchter je nach örtlicher Lage und Jahreszeit immer wieder zu besonderen Maßnahmen für den Schutz und das Wohlbefinden unserer Kaninchen. Im Fachhandel und in Baumärkten sind zusätzlich manche Tipps und die benötigten Materialien erhältlich, um kurzfristig das Stallklima unserer Kaninchen zu verbessern.

Sommerliche Hitze muss keine Rückschläge in der Zucht oder sogar Tierverluste nach sich ziehen.

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr