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Vereinsversammlungen

Die Kaninchen- und Kleintierzucht in Deutschland und darüber hinaus hat recht schnell nach ihrer Begründung feste Strukturen herausgebildet, die wir in ihren Grundzügen noch heute finden. Waren es anfangs meist überregionale Vereine mit großer Ausstrahlung, die die Züchter vereinten, so kamen schon bald – und dies mag durchaus praktisch begründet gewesen sein - als regionales Fundament unserer Organisation die vielen Ortsvereine hinzu. Diese bestimmten fortan das züchterische Geschehen und bilden noch heute die Basis der Informations- und Wissensvermittlung unserer lieb gewordenen Passion.

Eines vorweg: Einen idealen Typ von Versammlungsgestaltung gibt es nicht, auch eine perfekte und alle Züchter begeisternde Form werden wir nie finden. Zudem verfügen nicht alle Vereine über genügend engagierte Zuchtfreunde, die sich eine rege-mäßige Schulung zur Aufgabe machen. Manchmal muss man eben auch die Zusammenarbeit zwischen den Vereinen und im regionalen Rahmen suchen.

Vereinsstruktur

Grundlage einer ausgewogenen Vereinsarbeit ist die Zusammensetzung der Vereine. Sind sie spartenspezifisch, also reine Kaninchenzuchtvereine, so ist das Themenspektrum auch nur auf diese Züchter ausgerichtet. Bei gemischten Vereinen wird es schon umfänglicher. Der Ansatz muss dann lauten: Je ausgewogener, desto besser. Keinesfalls sollte aber ausschließlich die Neigung der Mitglieder bei der Themenwahl herangezogen werden. Gibt es nur wenige Kaninchen- und viele Geflügelzüchter, so ist es auch nicht ratsam, nur wenig über Kaninchen und mehr über Geflügel zu sprechen. Vielmehr sollten alle Sparten gleichmäßig viel Zeit beanspruchen können. Dies sorgt für Harmonie und Gemeinschaftssinn, wird doch gerade daraus das Verständnis für die andere Tierart verstärkt gefördert. In Haltung, Pflege, Zucht, aber auch bei der Ausstellung und Bewertung gibt es deutliche Unterschiede, die Aufmerksamkeit und Kenntnis erfordern.

Wichtig ist in dieser Betrachtung zudem das Verhältnis von aktiven Züchtern und Sympathisanten oder Fördermitgliedern.

Letztere werden einem breiten und fachspezifischen Themenangebot sicherlich weniger abgewinnen können. Sie kann man eher durch öffentlichkeitswirksame Aktivitäten wie Sommer- oder Grillfeste, gesellige Abende oder Vereinsausflüge zur Identitätsstiftung aktivieren. Je mehr jedoch auch bei ihnen das Interesse an unseren Tieren wächst, umso besser sind unsere Vereine aufgestellt.

Tierbesprechung – Züchterschulung

Die Jahreszeit bestimmt die Themen in den Zusammenkünften! Besprechungen am lebenden Tier sollten vorwiegend vor oder während der Schauzeit stattfinden. Während der Zucht- und Aufzuchtphase kann man davon absehen. Da steht der Austausch über den Zuchterfolg bzw. -misserfolg im Mittelpunkt. Eine Analyse kann dem betroffenen Züchter etwas bringen, muss auf einer Versammlung aber kurzgehalten werden.

Man sollte bei einem Vortrag stets bedenken, dass die Aufmerksamkeit nach etwa 15 Minuten merklich nachlässt. Kurzweil und Interesse zu wecken steht im Vordergrund. Dabei muss auch einer Diskussion die nötige Zeit eingeräumt werden. Hier kommen nicht selten erst die wirklich interessanten Aspekte hervor.

Im Jahreskalender müssen sich verschiedene Veranstaltungs- und Versammlungsformen wiederfinden. Dazu gehören auch kurze Zusammenkünfte, die ausschließlich der Vorbereitung der eigenen Schau dienen. Planung und Aufgabenverteilung sind wichtig. Eingeplant werden müssen Besuche überregionaler Veranstaltungen, ob Landes- oder Bundesschauen. In Gemeinschaft gestaltet sich ein jeder Ausflug zum Erlebnis, und die Diskussionen davor und danach regen zur intensiven Beschäftigung mit neuen Erkenntnissen an.

Züchter- und Jungtiertage

Im Sommer kann die angestammte Vereinslokalität durchaus anderen Versammlungsstätten weichen. Viele Vereine nutzen diese Zeit für Wanderversammlungen und Züchterbesuche. In geselliger Runde spricht man über Zucht und Haltung, aber auch über Persönliches, lernt sich besser kennen und achten. Im üblichen Rahmen einer Versammlung gehen solche Aspekte nicht selten unter. Die Begutachtung der gesamten Nachzucht ist so möglich. Nicht selten entfacht eine solche Zusammenkunft züchterisch interessante Debatten. Der Erkenntnisgewinn und die Erfahrungswerte anderer können so am besten zur Sprache kommen.

Ein weiterer Aspekt sind regionale Zusammenkünfte. Nicht jeder Verein verfügt über eine ausreichende Basis an Züchtern und Liebhabern, um ein interessantes und ausgewogenes Versammlungsprogramm zusammenzustellen. Auf regionaler Ebene kann dies schon ganz anders sein. Durch gemeinsame Versammlungen lässt sich so Abhilfe schaffen – seien es Kreiszüchtertage oder vereinsübergreifende Tierbesprechungen. Externe Referenten sollten dazu eingeladen werden. Der geringe finanzielle Mehraufwand lohnt sich in jedem Fall.

Gezielt die Eigenheiten nutzen

Die Altersstruktur der Vereine bestimmt deren Versammlungsgestaltung! Dies gilt es, gezielt aufzugreifen. Warum nicht einmal einen Rückblick wagen? Was wurde früher nicht alles bewegt und gestaltet, welche Anregungen können wir daraus für heute entnehmen? Für jüngere Züchter sind Kataloge und Berichte früherer Veranstaltungen interessant. Die Vielfalt der gezüchteten Rassen und Farbenschläge, Ausflüge zu Großschauen oder Vereinsfreundschaften: All dies bietet einen breiten Raum für Gespräche und zum Austausch. Wird dies durch Bilder und Anekdoten untermalt, kann sich die Vereinschronik doch gleich interessanter präsentieren.

Lesestoff als Diskussionsgrundlage

Viele Züchter können auf eine große Sammlung alter Fachzeitschriften verweisen, auch Bücher und Bilder. Nicht selten befindet sich eine Rarität darunter, die ungenutzt im Bücherregal steht. Bei einem genauen Blick auf diese „Schätze“ ist man oft überrascht, welches Wissen und welche Innovationen schon vor Jahrzehnten das Geschehen beeinflussten.

Jeder Verein sollte darüber hinaus eine kleine Bibliothek sein Eigen nennen. Dort finden sich Standards und die Ausstellungsbestimmungen sowie Satzungen der Verbände. Daneben gibt es Broschüren und Sonderhefte, die Neueinsteigern einen umfassenden und interessanten Einblick in die Vielfalt der Kaninchenzucht ermöglichen. Der Bezug der Fachzeitschrift sollte für jeden ersthaften Züchter Pflicht sein, denn hier werden Anregungen für die eigene Zucht vermittelt, darüber hinaus Informationen über neue und alte Rassen, Farbenschläge und züchterische Grundlagen, die mancher Züchter für sich vielleicht noch nicht erwogen hat. Züchten bedeutet in gewissem Maße auch Experimentieren. Erfahrungen und Erkenntnisse hat folglich jeder, und wenn sich dies mit einem gewissen Talent zum Schreiben verbindet, kann und sollte dies auch zu einer eigenen Publikation führen.

Wirkung nach innen und außen

Die Versammlung ist das eine, die Mitgliedergewinnung das andere. Wenn in unseren Versammlungen immer dieselben Personen sitzen, wird irgendwann der Gesprächsstoff knapp. Wollen wir eine interessante Versammlung gestalten, warum dann nicht auch mal öffentlich? „Liebe Kleintier- und Kaninchenhalter …“ – so könnte die Einladung beginnen. Denn unsere Vereine sollten sich auch öffnen und Außenstehende ansprechen. Gesunderhaltung und Pflege der Tiere sind wichtige Themen. Dazu kommen spezielle Themen wie Fellstruktur, Zeichnung oder Abzeichen. Referenten finden sich im näheren Umfeld, und genau diese sollten eingeladen werden.

Zum Jahresende muss neben den Terminen für die Versammlungen des kommenden Jahres auch die inhaltliche Zielstellung festgelegt werden. Eine Themenliste ist dabei hilfreich. Schnell wird dann klar, dass der Aufwand gar nicht so groß ist. Neben der Ausstellungsvorbereitung, der Weihnachtsfeier, der Jahreshauptversammlung und den erwähnten Sommertreffen bleiben nicht so viele Monate übrig, die aber dann umso attraktiver gestaltet werden können.

Nicht nur im stillen Kämmerlein ...

Öffentlichkeitsarbeit findet vornehmlich außerhalb unserer Versammlungsräume statt. Die Vielfalt an regionalen Festen und Präsentationsmöglichkeiten ist schier unerschöpflich. Für uns Kleintierzüchter sind diese, zumal in den Sommermonaten, eine gute Möglichkeit der Selbstdarstellung und Eigenwerbung. Dort treffen wir auf Menschen, die unserer Sache aufgeschlossen gegenüberstehen. Bei solchen Festivitäten sollte auf lange Käfigreihen verzichtet werden. Bunt besetzte Gehege in einem attraktiv gestalteten Umfeld sind die beste Werbung. Dazu stets ein Ansprechpartner vor Ort sowie Informationsmaterial – und der eine oder andere verweilt etwas länger bei uns. Hinzu kommen öffentliche Veranstaltungen wie Märkte u.a. Obgleich diese züchterisch von geringerem Interesse sind, machen sie doch auf unsere Anliegen aufmerksam, und bei gezielter Werbung in der Lokalpresse stehen wir stets in einem guten Licht. Unsere Zusammentreffen sind unsere Generalprobe, unsere Schauen und Präsentationen die Vorführung. Beides muss gut vorbereitet und strukturiert sein. Wer sich auf uns zubewegt, muss das Gefühl bekommen anzukommen. Dies ist mit einfachen Mitteln machbar.

Unsere Vereine leben vom Zusammenhalt, vom gemeinsamen Interesse an der Kleintierzucht. Dies durch eine abwechslungsreiche Versammlungsgestaltung zu fördern wappnet uns für die Zukunft. Damit ist diese Aufzählung keineswegs abgeschlossen. Vielmehr kann sie nur einen kleinen Einblick in die Möglichkeiten bieten, die uns offenstehen. Vieles hängt an denjenigen, die den Verein leiten. Ein jeder darf sich aber aktiv einbringen, seine Anliegen ansprechen oder auf aktuelle Entwicklungen aufmerksam machen.

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