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Rasseportrait - Sachsengold

30.03.2017

© Kaninchenzeitung

Die Anerkennung dieser noch recht jungen Rasse erfolgte im März 1961. Doch schon Jahre vorher beschäftigte sich Züchter Richard Bennack aus Röhrsdorf bei Meißen mit der Herauszüchtung einer neuen kleinen Rasse. Jede bisher herausgezüchtete Kaninchenrasse musste in mühevoller Zuchtarbeit über Jahre hinweg ständig verbessert werden, bevor deren Anerkennung erfolgen konnte. Dieser Weg war bei den Sachsengold-Kaninchen besonders lang und schwierig. Gerade hier liegt aber der große Verdienst des Herauszüchters. In Unkenntnis der Vererbungslehre wurde bei der Herauszüchtung ziemlich planlos eingekreuzt. Es ist deshalb fast verwunderlich, wenn heute ein so schönes Tier dieser Rasse vor uns steht. Dem Sohn des Herauszüchters, Günter Bennack, und anderen Zuchtfreunden ist es zu danken, dass wir trotzdem recht konkrete Angaben über den Entstehungsweg der Sachsengold machen können.

Bei dem Sachsengold handelt es sich um eine reine Kombinationszüchtung. Richard Bennack begann bereits 1925 mit Kreuzungsversuchen. Doch der Zweite Weltkrieg machte seine züchterischen Ergebnisse zunichte. Der Urahne der Rasse soll ein strohgelber, rasseloser Rammler gewesen sein. Richard Bennack sah ihn bei einem Bekannten und war sofort begeistert. Daraus entstand auch das Zuchtziel, ein rotgelbes Kaninchen mit gelber Bauchfarbe zu züchten, das in Größe und Typ den Kleinchinchilla nahekommt. Seine neue Rasse sollte den Namen „Goldhasen“ erhalten. Zuerst paarte Richard Bennack den strohgelben Kreuzungsrammler mit einer rötlich-gelben Japaner-Häsin, die nur in geringem Maße die dunkle Japanerzeichnung aufwies. Später wurden Gelbsilber eingekreuzt. Das Ergebnis waren über Jahre hinweg gesilberte Tiere. Die Gelbsilber waren es aber auch, die den erblichen Weißfaktor in die Rasse hineinbrachten. Durch die Einkreuzung von Havanna-Kaninchen bekamen die Sachsengold ihre intensive braune Augenfarbe. Auch die Farbe der Krallen wurde dadurch intensiver. Die Einkreuzung von Kleinchinchilla brachte in der Nachzucht die gewünschte Größe und Form sowie eine dichte Unterwolle. Diese Rasse brachte aber bei den Nachzuchttieren auch eine weiße Bauchfarbe. Erst die Einpaarung von Schwarzloh-Kaninchen führte zum züchterischen Erfolg. Von ihnen erbten die Sachsengold den dunkelgelben Bauch und bekamen eine satte rotgelbe Deckfarbe. Damit war ein guter Anfang gemacht. Später sollten noch Hasenkaninchen eingekreuzt worden sein. Rote Neuseeländer spielten bei der Herauszüchtung keine Rolle. Somit war eine kleine und farblich ansprechende Rasse geschaffen worden. Das Rotgelb der Deckfarbe war dann auch der Anlass für den recht klangvollen Namen „Sachsengold“.

Es versteht sich von selbst, dass sich schnell ein kleiner Kreis begeisterter Züchter der Neuzüchtung annahm. Ihnen ist es zu verdanken, dass die Sachsengold nicht nur als Rasse erhalten blieben sondern auch ständig weiter verbessert worden sind. Das war besonders in den Anfangsjahren nicht leicht. Durch das vielfältige Ausgangsmaterial traten außer den gewünschten Merkmalen immer wieder fehlerhafte Tiere auf. So gab es Tiere, bei denen die Farben Weiß, Gelb, Grau und Schwarz auftraten. Die intensive Zuchtarbeit war die Garantie, dass sich das Bild der Rasse immer mehr dem Ideal näherte.

Mit großer Geduld und Ausdauer hat Richard Bennack viele Jahre lang Kreuzungen und Rückpaarungen durchgeführt. Dabei erzielte er so manchen Erfolg, musste aber auch viele Rückschläge hinnehmen. 1953 stellte er seine Neuzüchtung erstmals der Züchterschaft in Dresden vor. Eine Kollektion von 10 Tieren fand 1959 in Dresden die allgemeine Bewunderung der Züchter. Für diese Tiere erhielt er 5x sehr gut, 2x gut und 3x befriedigend. Im folgenden Jahr wurden bereits 8 Sammlungen und 5 Einzeltiere mit dem angestrebten Rotgelb ausgestellt. Auch das verdeutlicht die inzwischen gewachsene Schar der Sachsengoldzüchter. Bis zur Anerkennung der Rasse 1961 war es nun nicht mehr weit. Leider erlebte Richard Bennack die Krönung seiner jahrelangen züchterischen Tätigkeit, die Anerkennung und Aufnahme der Rasse in den Standard, nicht mehr.

Sachsengold – Anforderungen des Standards

Das Sachsengoldkaninchen ist eine kleine Kaninchenrasse mit einem Normalgewicht von über 2,75 kg bis zu einem Höchstgewicht von 3,25 kg und mit einem Mindestgewicht von 2,25 kg. Der Körper ist kurz und gedrungen und zeichnet sich durch eine ebenmäßige, nach hinten gut abgerundete Rückenlinie aus. Karpfen- und Senkrücken sind wie bei allen Rassen Skelettmängel und damit schwere Fehler. Junge Häsinnen sollten frei von Wammen sein, ältere Damen der Rasse dürfen einen Wammenansatz aufweisen. Bei Rammlern ist schon der Ansatz einer Wamme ein Ausschlussfehler. Das Fellhaar ist mittellang, sehr dicht und dabei gleichmäßig begrannt. Die besonderen Rassemerkmale werden in den Positionen 4 bis 6 ermittelt.

Position 4 – Kopf und Ohren

Die Ohren sind fest in der Struktur. Das heißt, sie sind im Gewebe stabil, kräftig und kurz. Wem diese Aussage kurz zu gering ist, sollte sich auf eine Länge der Ohren von rund 10 cm einstellen. Das Ohr muss dennoch zur Körpergröße passen. Wir sprechen in diesem Fall der Harmonie von ausgeglichenen Proportionen. Zu kleinen und kompakten Tiere passt auch, dass der markante Kopf dem Körper direkt angesetzt zu sein scheint.

Position 5 – Deckfarbe und Gleichmäßigkeit

Sachsengold zeigen eine intensive rotgelbe Deckfarbe. Sie soll idealerweise den gesamten Körper gleichmäßig erfassen, also auch Bauch, Läufe, Brust und die Blumenoberseite. Nicht selten ist jedoch die Bauchdeckfarbe etwas heller, und das darf sie auch laut Standard sein. Eine völlig weiße Bauchdeckfarbe gilt als schwerer Fehler. Die Blumenunterseite ist gelbrot, aber darf cremefarben sein. Fleckige, durchsetzte Farbe oder helle Brust und/oder Läufe besagen, dass die geforderte Gleichmäßigkeit nicht gegeben ist. Weiße oder schwarze Haare haben im Haarkleid der kleinen, roten Schönheiten nichts zu suchen und stören ebenfalls die Gleichmäßigkeit. Der Grad solcher Durchsetzungen entscheidet schnell über ein nb. Braune Augen und schöne dunkle Krallen sind passend zum sonstigen Erscheinungsbild der Sachsengold-Kaninchen. Auch muss der Züchter wie bei anderen gelben und roten Rassen Acht geben, dass Tiere mit dunklen Anflügen an Ohren, Brust oder Läufen nicht zur Zucht verwendet werden.

Position 6 – Unterfarbe

Wie soll es anders sein: zum hübschen Kleid wird ein passendes Unterkleid getragen. Hier ist es die Unterfarbe, die der Deckfarbe möglichst ähnlich sein soll und bis zum Haarboden reicht.

Quelle: „Rasse des Monats – September 2004 – Sachsengold“ von Thomas Heini und dem RKZ-Team

Den kompletten Standart zum Sachsengold finden Sie in unserem Kaninchenlexikon.

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