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13.06.2016

Österreich ist das erste Land, das zum Europastandard als Bewertungsgrundlage bei Kaninchenschauen wechselt.

Bereits im Dezember wurde es in der österreichischen Fachzeitschrift „Freude an der Kleintierzucht“ bekanntgegeben: Ab dem Ausstellungsjahr 2014 ist für die Rassekaninchenzüchter Österreichs der von der Entente Européenne herausgegebene Europastandard verbindliche Bewertungsgrundlage auf den Kaninchenschauen Österreichs.
 
Österreich ist das erste Land, das zum Europastandard als Bewertungsgrundlage bei Kaninchenschauen wechselt.
    
Der Rassezuchtverband Österreichischer Kleintierzüchter (RÖK) ist der erste Nationalverband der 24 Mitgliedsländer der Sparte Kaninchen der Entente Européenne, der den großen Schritt macht und seinen landeseigenen Standard zur Seite legt. Die letzte Überarbeitung des Einheitsstandards Österreichs wurde vor etwas mehr als 10 Jahren vorgenommen und eine neuerliche Überarbeitung wäre angestanden um den erreichten Zuchtfortschritten Rechnung zu tragen.
 
Die Umstellung vom Einheitsstandard zum Europastandard ist eine logische Entwicklung, die dem größeren Miteinander der europäischen Rassekaninchenzüchter folgen musste. Der Wechsel zum Europastandard ist aber der Abschluss eines Schritts, der 2008 begonnen wurde. Zur Generalversammlung der Entente Européenne 2008 im kroatischen Pula gaben die Teilnehmer ein Bekenntnis ab, dass ein einheitlicher Standard geschaffen werden solle. Dieser europaweit gleiche Standard solle dann die Bewertungsgrundlage in den einzelnen Ländern sein.
 
Österreich ist sich der Situation bewusst, dass es zu Beginn einer Umstellungs- oder Gewöhnungsphase bedarf, denn manchmal weichen die Anforderungen des Europastandards von dem bisherig gültigen Standard ab. Hier fallen  z.B. etwaige Unterschiede bei den Gewichtsvorgaben oder der Ohrenlänge auf.
 
Mit dem Wechsel zum Europastandard entfällt für die österreichischen Kleintierzüchter die Notwendigkeit speziell für die große Europaschau die Zucht vielleicht anders auszurichten. Wieso fragen Sie? Auf den großen Europaschauen der Entente Européenne, des Europäischen Verbandes der Kleintierzüchter, wird der Europastandard als Bewertungsrichtlinie verwendet, nicht der Standard des RÖK, des ZDRK oder von Rassekaninchen Schweiz.
 
Was tun aber, bei Rassen, die noch nicht im Europastandard berücksichtigt werden? Für diese Rassen bleibt nach wie vor der österreichische Standard gültig – schließlich muss auch für diese Kaninchenrassen eine Bewertung gewährleistet bleiben.
 
Sicherlich sind die Kaninchenpreisrichter Österreichs mit dem Europastandard vor eine Herausforderung gestellt, denn jahrelang eingefahrene Routinen müssen durchbrochen werden. Im gleichen Atemzug ist der Wechsel zum Europastandard aber als Chance zu verstehen. Ein häufigeres Nachschauen im Standard einer Rasse hilft, die Tiere an der derzeit gültigen Musterbeschreibung zu messen. Die Entwicklung einer Rasse geht weiter und Standardforderungen können sich damit auch ändern. Es gibt wenig Schlimmeres als eine Bewertung nach einer veralteten Standardbeschreibung.
 
Im Bewertungsalltag mit dem Europastandard werden sicher noch  Schwachstellen aufgedeckt werden, das ist nicht auszuschließen. Doch nur wenn der Europastandard auch im Tagesgeschäft der Ausstellungen eingesetzt wird, können solche Schwachpunkte identifiziert und behoben werden. Damit nimmt die österreichische Kleintierzucht eine Vorreiterrolle in Europa ein – aktives Mitgestalten statt passives Akzeptieren.
 
Der Obmann der RÖK-Preisrichter für Kaninchen, Wolfgang Pannerl, hofft, dass in absehbarer Zeit noch mehr EE-Mitgliedsländer den gleichen Schritt unternehmen werden und damit ihr Bekenntnis zu Europa Realität werden lassen.

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