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Farbenzwerge, chinchillafarbig

Farbenzwerge

© Kaninchenzeitung

Herkunft: Holland um 1935

Farbenzwerge (FbZw)

Bewertungsskala

Punkte
1. Gewicht 20
2. Körperform, Typ und Bau 20
3. Fellhaar 15
4. Kopf und Ohren 15
5. siehe Bewertungsspiegel 15
6. siehe Bewertungsspiegel 10
7. Pflegezustand 5
  100

Gewichtsbewertung

1,00 bis 1,05 bis 1,10 1,10 bis 1,35 bis 1,40 bis 1,45 bis 1,50 Höchstgewicht
17 18 19 20 19 18 17 1,50 kg

1. Gewicht

Normalgewicht über 1,1 bis 1,35 kg. Mindestgewicht 1,0 kg, Höchstgewicht 1,5 kg. Die Farbenzwerge sind ausgesprochene Zwergkaninchen. Um einerseits einer allzu intensiven Verzwergung vorzubeugen und andererseits den Typus eines Zwergkaninchens vollendet zu erhalten, gilt als Normalgewicht ausgewachsener Zuchttiere ein solches zwischen 1,1 und 1,35 kg.

2. Körperform, Typ und Bau

Als ausgesprochene Zwergkaninchen weichen die Farbenzwerge im Typ ganz erheblich von den übrigen Rassen ab. Die Körperform ist gedrungen, walzenförmig, vorne und hinten gleichmäßig breit. Der Rumpf ist kurz und die Hinterpartie gut abgerundet. Die kurzen Läufe sind dem Zwergtyp angepasst. Die Blume ist klein und liegt fest am Körper an. Der Körper der Häsin unterscheidet sich von dem des Rammlers kaum und ist wie der des Rammlers von jeglichem Wammenansatz frei.

Leichte Fehler: Siehe »Allgemeines«. Leichte Abweichungen vom Typ, insbesondere leicht verjüngte oder leicht gestreckte Form.
Schwere Fehler:
Siehe »Allgemeines«. Insbesondere stark vom Typ abweichender schmaler und langgestreckter Rumpf. Wammenansatz bei beiden Geschlechtern.

3. Fellhaar

Das Fellhaar der Farbenzwerge unterscheidet sich in seiner Struktur von dem der anderen Rassen. Es ist kurz und dicht und fühlt sich infolge seiner feinen Struktur etwas weicher an. Die Begrannung ist fein, gleichmäßig und ohne deutlich überstehendes grobes Grannenhaar. Die Ohren sind gut behaart.

Leichte und schwere Fehler: Siehe »Allgemeines«.

4. Kopf und Ohren

Im Verhältnis zur Kleinheit des Tieres ist der Kopf groß und tritt markant in Erscheinung. Er ist kurz und kräftig, Stirn und Schnauzpartie sind breit (Stirnbreite beim Rammler in Augenhöhe etwa 5,5 cm, bei der Häsin ca. 5 cm). Der Kopf sitzt dicht am Rumpf. Die Augen sind groß und treten etwas hervor. Der Kopf der Häsin tritt ebenfalls markant in Erscheinung; er ist jedoch - v.a. infolge der weniger ausgeprägten Backenbildung - insgesamt etwas feiner.
Die Ohren sind, der Zwergform entsprechend, relativ kurz, sollen aber dennoch in einem harmonischen Verhältnis zur Größe des Kopfes und des Rumpfes stehen. Als ideal gilt eine Ohrenlänge von ca. 5,5 cm je nach Größenrahmen des Tieres. Die Mindestlänge beträgt 4,5 cm, die Höchstlänge 7 cm. Die Ohren sollen zusammenstehend, nach oben leicht v-förmig geöffnet getragen werden. Sie sollen, der Zwergrasse entsprechend, kräftig und fest im Gewebe und oben schön abgerundet sein.

Leichte Fehler: Nicht entsprechend ausgeprägte Kopfbildung. Tief liegende Augen. Etwas lange Ohren über 6 cm bis zur Höchstlänge von 7 cm: Abzüge je nach Grad der Abweichung und nach Gesamterscheinungsbild – in der Regel für jeden halben Zentimeter ein Punktabzug. Etwas grob erscheinende Ohren; breit getragene Ohren; dünne, faltige oder spitze Ohren.
Schwere Fehler:
Häsinnenkopf beim Rammler; ausgeprägter Rammlerkopf bei der Häsin. Zu kurze Ohren unter 4,5 cm oder zu lange Ohren über 7 cm. In der Haltung stark abweichende, sehr dünne oder zu grob strukturierte Ohren.

5. Deckfarbe und Gleichmäßigkeit, Schattierung, Perlung, Zeichnung, Kopf- und Rumpfzeichnung sowie Abzeichen

Anerkannt sind nur die im nachstehenden Bewertungsspiegel aufgeführten Farbenschläge. Die Anforderungen der Ausgangsrassen sind mit Rücksicht auf das kürzere Fellhaar der Farbenzwerge sinngemäß anzuwenden (vgl. Standard: Großchinchilla)

Deckfarbe und Schattierung:
Die Gesamtfarbe der Decke erscheint als ein lichtes, bläulich getöntes Aschgrau und ist kräftig, flockig, schwarz schattiert. Die Schattierung ist auf dem Rücken am stärksten ausgeprägt. Diese wird hervorgerufen durch schwarz gespitzte Grannenhaare, die bündelweise beisammenstehen und unregelmäßig über den Körper verteilt erscheinen. Die Farbe von Brust und Läufen soll der Gesamtfarbe entsprechen. Die Deckfarbe soll an den Seiten des Körpers möglichst weit nach unten reichen. Der Ohrenrand ist schwarz gefärbt und sauber abgegrenzt. Der Keil im Genick ist klein und von grauweißer Farbe. Die Blume ist oben schwarz und mit grauweißen Haaren intensiv gesprenkelt, die Unterseite ist weiß. Ebenfalls weiß ist die Bauchdeckfarbe. Die Augen sind dunkelbraun, die Krallen schwarzbraun.

Leichte Fehler: Etwas helle Brust oder Vorderläufe; Bindenansätze; etwas helle Seiten oder Flanken. Etwas bräunlicher Anflug an Kopf oder Ohren. Großer Nackenkeil. Schmaler Ohrenrand; durch Ein- oder Ausläufer unsauber abgegrenzter Ohrenrand; leichte Durchsetzung des Ohrenrands mit andersfarbigen Haaren. Gleichmäßig wirkende Schattierung; schwach gesprenkelte Blumenoberseite.
Schwere Fehler: Gänzlich helle Brust oder Vorderläufe. Rein weiße Binden. Stark bräunlicher Anflug in der Deckfarbe. Gelber Nackenkeil. Stark weiß durchsetzter Ohrenrand oder sichtbar weißer Fleck oder Büschel im Ohrenrand. Völlig gleichmäßige oder silbrige Schattierung. Völlig schwarze Blumenoberseite. Marmorierte oder andere als braune Augenfarbe. Zweierlei oder pigmentlose Krallen. Weiße Flecken in der Deckfarbe.

6. Farbe bzw. Zwischen- und/oder Unterfarbe

Anzuwenden sind die entsprechenden Forderungen der betreffenden Ausgangsrassen unter Berücksichtigung des folgenden Bewertungsspiegels und der besonderen Anforderungen an das Fellhaar der Zwergkaninchen (vlg. Standard: Großchinchilla).

Zwischenfarbe:
Die weiße Zwischenfarbe ist etwa 1/2 cm breit und soll sich von der Unter- und Deckfarbe scharf abgrenzen. Je schärfer die einzelnen Farbzonen abgegrenzt sind, desto leuchtender erscheint das gesamte Farbenspiel des Farbtrichters.

Leichte Fehler: Schmale oder verschwommene Zwischenfarbe.
Schwere Fehler: Bräunlicher Ton in der Zwischenfarbe. Gänzliches Fehlen der Zwischenfarbe; zu breite Zwischenfarbe, wenn sie mehr als 10 mm beträgt.

Unterfarbe
Die Unterfarbe beginnt am Haarboden und erfasst etwa 2/3 der Haarlänge; sie ist dunkelblau. Die Bauchunterfarbe ist ebenfalls dunkelblau. Bei älteren Häsinnen muss die Bauchunterfarbe zumindest in der Schoßpartie noch vorhanden sein. Die Unterfarbe an der Blumenunterseite bleibt unberücksichtigt.

Leichte Fehler: Etwas unreine, durchsetzte, helle Unterfarbe; bräunliche Unterfarbe am Bauch, Bauchunterfarbe nur im Brust- und Schoßbereich bei Rammlern und Junghäsinnen bzw. nur im Schoßbereich bei älteren Häsinnen; helle oder weiße Bauchunterfarbe im vorderen Bauchbereich. Schwache oder fehlende Bauchunterfarbe an den Innenseiten der Hinterläufe und im Bereich des Afters.
Schwere Fehler: Stark durchsetzte, stark aufgehellte Unterfarbe. Gänzliches Fehlen der blauen Bauchunterfarbe.

7. Pflegezustand

Nur in hervorragendem Pflegezustand werden die Tiere zur Bewertung zugelassen. Es obliegt deshalb dem Züchter, seine Tiere mit Fleiß und Geschick gebührend vorzubereiten. Hierzu gehören: saubere Läufe, Ohren und Geschlechtspartie, gut beschnittene und reinliche Krallen usw.
Anmerkung: Da ein guter Pflegezustand die absolute Voraussetzung eines jeden Ausstellungstieres ist, wird in dieser Position keine positive Bemerkung gegeben.

Leichte Fehler: Leichter Stallschmutz, geringfügig unsaubere Ohren oder Geschlechtsteile; lange Krallen. Leichte Filzbildung bei Normal-, Haarstruktur- und Kurzhaarrassen.
Schwere Fehler: Stark verschmutzte Tiere. Starke Filzbildung bei Normalhaar-, Haarstruktur- und Kurzhaarrassen.

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