1 Half Banner Top

2 Full Banner Top / 3 Super Banner Top

1. Normalhaarrassen

Der Hauptwert des Normalhaarfelles besteht in der Dichte des sehr feinen, gewellten Unterhaars. Die Dichte dieses Unterhaars ist abhängig von der Haarmenge je Quadratzentimeter. Dichte und Struktur sind weiterhin abhängig von der Menge der Deckhaare je Quadratzentimeter sowie von ihrer Stärke und Elastizität. Das Deckhaar überragt das Unterhaar; es soll über den ganzen Körper gleichmäßig verteilt sein. Es fehlt im Nackenkeil. Einen wesentlichen Einfluss auf die Struktur der Behaarung hat weiterhin das Grannenhaar, welches das Deckhaar überragt. Bezüglich der Verteilung, der Länge, des Überstands und der Stärke des Grannenhaars können die Anforderungen bei einzelnen Normalhaarrassen sehr unterschiedlich sein.

Eine dicht erscheinende Behaarung mit guter Struktur wird sich nicht schlagartig in die ursprüngliche Lage zurücklegen, wenn man mit der Hand gegen das Haar streicht. Eine Fellbehaarung mit dichtem Unterhaar, kräftig entwickeltem Deckhaar und guter Begrannung kehrt langsam in die Ausgangslage zurück.

Für die Anforderung an die Haarlänge ist das Deckhaar entscheidend; die Länge wird nicht gemessen, sondern geschätzt. Zwischen der Fellhaarlänge der einzelnen Normalhaarrassen und der Körpermasse gibt es generell einen direkten Zusammenhang, jedoch sind rassespezifische Abweichungen zu beachten, die im Einzelfall beschrieben werden.

Die Haararten werden nach folgenden Merkmalen beurteilt:

a. Unterwollhaar
Für die Gesamtbeurteilung des Felles ist in jedem Falle die Dichte des Unterwollhaares ausschlaggebend. Diese Anforderung gilt für jede Normalhaarrasse. Die Qualität der Unterwollhaardichte wird dadurch festgestellt, dass man mit voll aufgesetzter flacher Hand kräftig gegen das Haar streicht. Dabei hat das Auge die Hand zu unterstützen. Bei einem dichthaarigen Fell ist der Haarboden nur wenig sichtbar. Da es auch Felle mit schwacher Fellhaarstruktur gibt, deren Fellhaare trotz geringer Unterwolle ihre ursprüngliche Lage nur langsam wieder einnehmen, verdient das Unterwollhaar besondere Beachtung.

Die Fellhaarqualität der in Haarung befindlichen Tiere ist, sofern diese nicht sehr stark haaren, an jenen Stellen zu beurteilen, die von der Haarung entweder noch nicht erfasst sind oder an denen sich neues Fell bereits gebildet hat.

b. Deckhaar
Das Deckhaar einer jeden Normalhaarrasse soll gleichmäßig sein. Es sei weder zu grob noch zu fein bzw. zu weich. Zu feines Deckhaar ist weniger erwünscht als etwas gröberes. Bei der Bewertung des Deckhaares ist lediglich die Haarbeschaffenheit, nicht die Haarfarbe zu beurteilen. Der Glanz des Fellhaares wird durch das Deckhaar bewirkt und ist ebenfalls in der entsprechenden Farbposition mit zu bewerten.

c. Grannenhaar
Die Beschaffenheit des Grannenhaares ist mit entscheidend für eine gute Haarstruktur entsprechend den diesbezüglichen Anforderungen bei den einzelnen Normalhaarrassen. Deutlich überstehende Grannenhaare sind bei einigen Rassen erwünscht, bei anderen sind überstehende grobe Haarspitzen verpönt. Bündelweise beisammen stehende Grannenhaare machen den Reiz der einen Rasse aus, bei der anderen sei die Begrannung fein und gleichmäßig. Wegen dieser starken Unterschiede sind die Anforderungen bei den einzelnen Rassen genau zu beachten.

Gleichzeitig beeinflusst das Grannenhaar entscheidend den farblichen Gesamteindruck. Steht es bündelweise zusammen, so verleiht es der Deckfarbe eine deutliche Schattierung, ist es gleichmäßig verteilt, trägt es zu einer einheitlichen Deckfarbe bei. Dies ist bei den jeweiligen Farbanforderungen zu berücksichtigen und in der entsprechenden Farbposition zu beurteilen.

Der Fellhaarzustand wird nach folgenden Merkmalen beurteilt:

Ideal ist der Zustand des Fellhaares dann, wenn das Fell ausgehaart ist und keinerlei Kahlstellen besitzt. Haarungsstellen sind erkenntlich an der unterschiedlichen Farbe des alten abgestorbenen und des neuen nachgewachsenen Haares. Einige wenige lose Haare gelten nicht als Haarung; lediglich stärkerer Haarausfall schränkt die Qualität des Felles ein.

Fehlerhafte Abweichungen in Pos. 3: Fellhaar (Normalhaarrassen)

Leichte Fehler:
Etwas kürzeres oder längeres Haar als in der Rassebeschreibung vorgesehen; wenig behaarte Ohren; wenig Unterwollhaar; etwas weicheres oder härteres Deckhaar als in der Rassebeschreibung vorgesehen, von den Rasseanforderungen etwas abweichende Begrannung; leichte Haarung; schwach behaarte Körperstellen; leichte Filzbildung (Strukturmangel); leichte Lockenbildung; Stirnbüschelansätze; wenig oder kurze Spürhaare.

Schwere Fehler, die das Werturtei „nicht befriedigend" (n. b.) bewirken:
Ausgesprochenes Langhaar oder Kurzhaar bei den Normalhaarrassen. Zu wenig Unterwollhaar. Starke Haarung, welche die Beurteilung von Unterwollhaar und Deckhaar nicht zulässt; sichtbare Kahlstellen, die von den umstehenden Haaren nicht mehr bedeckt werden, insbesondere auch - und zwar bei allen Rassen - Kahlstellen an den Zehenballen der Vorderläufe. Vom Rassetyp gänzlich abweichende Begrannung. Gänzlich fehlende Spürhaare bei allen Rassen, starke Filzbildung (Strukturmangel). Starke Lockenbildung.
Anmerkung: Filzbildung, die durch eine unsachgemäße und unreinliche Stallhaltung entstanden ist, wird weiterhin in Position 7 Pflegezustand unter "leichte bzw. schwere Fehler" geahndet.

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr