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2. Körperform, Typ und Bau

In Position 2 ist die Gesamterscheinung eines Tieres zu beurteilen: Dazu gehören die Körperform als Gesamteindruck aller körperlichen Merkmale des jeweiligen Tieres, der Rassetyp als spezifisches äußeres Erscheinungsbild jeder einzelnen Rasse, der Geschlechtstyp als spezifische Erscheinungsform der beiden Geschlechter und der Körperbau als Summe aller anatomischen Merkmale des zu beurteilenden Tieres. Gegebenenfalls sind Sonderbestimmungen zur Bewertung der obigen Aspekte in anderen Positionen zu berücksichtigen.

Markante Proportionen des Körpers einschließlich der Gewebestruktur, Länge und Haltung der Ohren gehören zum Rassetyp. Körpermasse und Größe des Tieres müssen immer im Einklang stehen: Im Allgemeinen sei der Rumpf ebenso breit wie hoch (tief); Rumpfbreite und Rumpftiefe sollen etwa ein Drittel der Körperlänge betragen. Die Brust sei also breit, ebenfalls breit und mit einem starken, muskulösen Nacken versehen sei der Rücken, breit und gut gerundet sei die Hinterpartie. Der Rumpf darf sich i.d.R. nach vorne nicht wesentlich verjüngen; eine gleichmäßige Körperbreite gilt als ideal. Jedoch ist zu unterscheiden zwischen den Grundformen gedrungen und gestreckt, sowie den Zwischenformen leicht gedrungen und leicht gestreckt, die jeweils den Rassetyp mit definieren.

Im Vergleich zur Häsin hat der Rammler die markantere Form, den aufgrund der ausgeprägteren Backenbildung wuchtiger wirkenden Kopf, die stärkeren Knochen, die kräftigere Muskulatur, ein strafferes Gewebe und eine stärkere Haut. Der Körperbau der Häsin ist im Allgemeinen etwas feiner als der des Rammlers, so dass der Geschlechtscharakter auch auf diese Weise äußerlich erkennbar ist.

Der Unterschied der Geschlechter muss also auch durch die unterschiedlichen Merkmale von Rammler- und Häsinnenkopf eindeutig zu erkennen sein. Die Geschlechtsmerkmale werden allgemein in Position 2 beurteilt.

Der Rücken verläuft ebenmäßig bis zur Blume in einer gleichmäßig abgerundeten Linie. Die Brustpartie ist gut ausgebildet und voll gerundet. Gut gewölbt erscheint die Rippenpartie. Die Hinterschenkel liegen fest am Körper an. Der Hals ist vor allem beim gedrungenen Typ kurz.

Der Kopf ist beim Rammler und bei der Häsin rassetypisch ausgebildet; er sitzt im Allgemeinen dicht am Rumpfe auf, ist kräftig, mit einem kräftigen Unterkiefer und beim Rammler mit gut ausgeprägten Backen versehen. Die Breite der Stirn- und Schnauzpartie ist bei den Rassen je nach Typ unterschiedlich ausgeprägt. Die Ohren, mit einem kräftigen Ansatz am Kopf ausgestattet, sind kräftig und fest im Gewebe, oben schön abgerundet und werden - die Widder-Rassen ausgenommen - aufrecht getragen. In ihrer Länge und Breite müssen sie in aller Regel der Größe und dem Gewicht des Körpers sowie dem Typ entsprechen. Die vorstehenden Anforderungen werden bei den Rassen, die eine eigene Position "Kopf(bildung) und Ohren (Behang)" bzw. eigene Positionen "Kopf(bildung)" und "Ohren (Behang)" haben, in den entsprechenden Positionen bewertet.

Dort, wo in der Rassebeschreibung bzw. in der Auflistung der leichten und schweren Fehler konkrete Längenmaße für die Ohren bzw. den Behang angegeben sind, sind diese durch Messen festzustellen und in die Bewertungsurkunde einzutragen (vgl. Hilfstabelle).

(Hinweis: Verletzungen und anatomische Veränderungen sind Immer in Position 2 zu bewerten - vgl. Vorbemerkung zu den leichten und schweren Fehlern.)

Die Blume ist geschmeidig; sie wird gerade, aufrecht und an den Hinterkörper angelegt getragen; ihre Länge ist rassespezifisch zu beurteilen. Der Körper wird frei vom Boden von kräftigen und geraden Läufen getragen, da eine angemessene Bodenfreiheit den Typ der im ZDRK gezüchteten Rassekaninchen erst richtig zur Wirkung kommen lässt. Die Schulterblätter liegen fest am Körper an und dürfen sich in der Bewegung nicht auf- und abschieben; sie schneiden glatt mit der Rückenlinie ab. Die Hinterläufe stehen parallel zum Körper, die Schenkel werden fest angelegt.

Eine Wamme bei Häsinnen ist in der Regel unerwünscht. Soweit eine solche aber zugelassen ist, darf sie nicht zu groß sein. Auch muss sie eine schöne Form besitzen (sog. Schwalbennestwamme) und unmittelbar am Hals gerade anliegen. Die Ausbildung von Wammen unterliegt neben einer Erbanlage auch Umwelteinflüssen; deshalb treten sie bei älteren Häsinnen häufiger auf. Als »älter« gilt eine Häsin vom 13. Lebensmonat an.

Diese Grundsätze für die Bewertung des Körperbaues sind bei der Beurteilung aller Rassen maßgebend, sofern sie in den einzelnen Rassebeschreibungen von dieser Norm nicht abweichen.

Bei der Beurteilung des Gesamteindrucks und des Typs ist bei allen Rassen der visuelle Eindruck ausschlaggebend, besondere Merkmale des Körperbaus werden sowohl mit dem Auge als auch mit dem Tastsinn erfasst.

Bei Angorakaninchen in voller Wolle wird die Körperlinie durch das Wollvlies verdeckt. Ein Urteil über den Körperbau gewinnt man durch ein intensiveres Abtasten des Körpers.

Bei den Kurzhaarrassen (Rexkaninchen) tritt deren Körperbau als Folge ihres kurzhaarigen Felles überall markanter in Erscheinung. Bei der Bewertung ist dies zu berücksichtigen.

Fehlerhafte Abweichungen in Pos. 2 — Körperform, Typ und Bau

Vorbemerkung: Biss- oder Risswunden an Kopf und Ohren sowie anatomische Veränderungen an Kopf und Ohren einschließlich der Augen und der Kauwerkzeuge sind bei allen Rassen in der Position 2, "Körperform, Typ und Bau" zu bewerten.

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Pos. 2 – Köperform, Typ und Bau bei Rexekaninchen

Bei allen Rexrassen – außer den Zwerg-Rexen – anzuwenden.

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