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Deutsche Widder thüringerfarbigweiß

Deutscher Widder thüringerfarbig-weiß

© Karin Wolters

Herkunft: Um 1860 in Frankreich herausgezüchtet und nach 1880 in Deutschland weitergezüchtet

Abteilung I: Große Rassen

Deutsche Widder (DW)

Bewertungsskala

Punkte
1. Gewicht 20
2. Körperform, Typ und Bau 20
3. Fellhaar 15
4. Kopfbildung 15
5. Behang 15
6. Farbe und Zeichnung 10
7. Pflegezustand 5
  100

Gewichtsbewertung

4,50 bis 4,75 bis 5,00 bis 5,25 bis 5,50 über 5,50 Höchstgewicht
15 16 17 18 19 20 9,0 kg

1. Gewicht

Normalgewicht über 5,50 kg. Mindestgewicht 4,50 kg. Höchstgewicht 9,0 kg.

2. Körperform, Typ und Bau

Der Körper ist gedrungen, breit und massig, jedoch nicht plump. Der Rumpf erscheint kurz und breitschultrig mit ausgeprägter, voll abgerundeter Hinterpartie. Die Zugehörigkeit zum Typ der großen Rassen kommt mehr durch die Rumpfbreite als durch die Länge zum Ausdruck. Der Nacken ist kräftig und kurz; der Kopf ist ohne sichtbaren Hals dicht am Rumpf angesetzt. Die Läufe sind verhältnismäßig kurz, sehr kräftig und werden gerade aufgesetzt. Der Körperbau der Häsin ist etwas feiner als beim Rammler, doch muss der massige Rumpf vorhanden sein. Bei Häsinnen ist eine nicht zu große, gut geformte Wamme zugelassen.

Leichte Fehler: Siehe »Allgemeines«. Insbesondere leichte Abweichungen vom Typ, z.B. durch leicht gestreckte oder vorne leicht verjüngte Form.
Schwere Fehler: Siehe »Allgemeines«. Insbesondere starke Abweichungen vom Widdertyp, z.B. durch ausgeprägte Körperform des Deutschen Riesen.

3. Fellhaar

Das Fellhaar besitzt ein besonders dichtes Unterhaar und ist mit einer gut entwickelten, nicht zu harten Begrannung versehen. Die Haarlänge beträgt etwa 4 cm. Die Ohren sind gut behaart.

Leichte und schwere Fehler: Siehe »Allgemeines«.

4. Kopfbildung

Der eindrucksvolle charakteristische Widderkopf muss bei beiden Geschlechtern gut ausgeprägt vorhanden sein. Er darf keinesfalls lang gestreckt erscheinen. Die Stirn- und Schnauzpartie müs-sen breit, die Ramsnase stark gebogen, die Backenpartie sehr kräftig entwickelt sein. Die Augen sind groß, aber nicht tiefliegend.

Leichte Fehler: Nicht entsprechend ausgeprägte Kopfbildung.
Schwere Fehler:
Stark vom Typ abweichende Kopfbildung, z.B. gänzlich fehlende Ramsung; ausgeprägter Kopf des Deutschen Riesen

5. Behang

Der Behang weist an den Ohrenansätzen stark ausgeprägte, dicht beisammen liegende Wulste (Krone) auf und wird zu beiden Seiten des Kopfes hufeisenförmig, röhrenartig voll und mit der Schallöffnung nach innen getragen. Die Ohren sind sehr stabil im Gewebe und an den Enden gut abgerundet. Die Behanglänge beträgt 38-45 cm.

Leichte Fehler: Schwach entwickelte, flache Krone. Schwache, dünne, zusammengefaltete oder schlecht getragene Ohren. Etwas kurzer oder langer, nicht zur Körpermasse passender Behang. Abstehender (schwebender) Behang.
Schwere Fehler:
Zeitweiliges Aufrechttragen eines oder beider Ohren. Weniger als 38 cm und mehr als 45 cm Behanglänge.

6. Farbe und Zeichnung

Der Kopf einschließlich des Kronenbereichs und des Behangs ist überwiegend von der Zeichnungsfarbe erfasst. In der Mitte der Stirnpartie soll ein weißer Stirnfleck (Blesse) vorhanden sein. Ein etwas breiterer Stirnfleck, kleine Ausläufer am Stirnfleck und kleine weiße Spritzer im unmittelbaren Bereich des Stirnflecks bleiben unberücksichtigt. Die Kinnbackeneinfassung und die Unterlippe sollen weiß sein. Die gefärbte Unterlippe ist unerwünscht.* Kleine weiße Einläufer im Schnauzbereich bleiben unberücksichtigt. Der Rumpf wird von der Mantelzeichnung erfasst; sie ist frei von weißen Flecken und bedeckt gleichmäßig in Form eines durchgehenden Mantels den Rücken vom Genick bis zum Blumenansatz, die Flanken des Tieres und die Oberseite der Blume. Kleine weiße Flecken im Genick (sog. Ansatzpunkte) bis zum Ende der Schulterblätter sowie kleine weiße Flecken und Streifen im unmittelbaren Randbereich der Blume bis zur hochgelegten Blumenspitze bleiben unberücksichtigt; weiße Einläufer oder Flecken auf der Blumenoberseite sind unerwünscht. Weiße Einläufer und Flecken an den Flanken und Schultern im Randbereich der Mantelzeichnung bleiben unberücksichtigt, wenn sie nicht zu weit in den Mantel hineinragen. Die Brust soll völlig weiß sein. Ebenso sollen die Vorderläufe im Vorderfußbereich, die Hinterläufe und die Blumenunterseite weiß sein. Die Krallen sind pigmentlos (weiß); eine einzelne farbige Kralle gilt als leichter Fehler. Der Bauch soll überwiegend weiß sein; einzelne Farbflecken am Bauch bleiben unberücksichtigt. Die Unterfarbe ist bei den gescheckten Tieren nur im Mantelbereich auf der Decke erforderlich.

Leichte Fehler: Weiße Flecken in der Krone. Kleine weiße Flecken im Augen-, Backen- und Schnauzbereich. Bis zu zwei weitere kleine weiße Flecken im Bereich des Stirnflecks. Fehlender Stirnfleck. Teilweise gefärbte Unterlippe.* Etwas weit hochgehende Einläufer zwischen Schnauz- und Backenbereich. Grob zackige oder fehlende weiße Kinnbackeneinfassung. Ungleichmäßige Mantelzeichnung. Einzelne kleine Farbflecken auf der Brust. Farbflecken im Vorderfußbereich und an den Hinterläufen. Etwas weiter in den Mantel hineinragende weiße Einläufer und Flecken an den Flanken im Randbereich der Mantelzeichnung (Die Beurteilung richtet sich nach dem Schaubild auf der folgenden Seite.). Nicht völlig gefärbte Blumenoberseite; weiße Flecken an der Blumenoberseite bzw. farbige Flecken an der Blumenunterseite. Eine einzelne farbige Kralle (0,5 Punkte). Überwiegend gefärbter Bauch. Leichte Durchsetzung der Zeichnungsfarbe mit weißen Haaren. Schwache, unreine oder aufgehellte Unterfarbe im Mantelbereich.
Schwere Fehler:
Gänzlich einfarbiger Kopf. Starkes Vorherrschen von Weiß am Kopf; mehr als zwei weitere weiße Flecken im Bereich des Stirnflecks. Gänzlich gefärbte Unterlippe. Weiße Flecken im Behang, außer im Bereich der Krone. Nasenfleck. Stark einseitige oder unvollständige, nicht zusammenhängende Mantelzeichnung. Weiße Flecken in der geschlossenen Mantelzeichnung und stark in die Mantelzeichnung hineinragende Einläufer (Die Beurteilung richtet sich nach dem folgenden Schaubild.). Überwiegend mit Farbflecken bedeckte Brust. Völlig weiße Blumenoberseite bzw. völlig mit der Zeichnungsfarbe bedeckte Blumenunterseite. Gänzlich mit Zeichnungsfarbe bedeckter Vorder- und/oder Hinterlauf. Gänzlich mit Zeichnungsfarbe bedeckte Bauchpartie bzw. blaue Bauchunterfarbe im gesamten Bauchbereich bei den grau-weißen Farbenschlägen und bei chinchillafarbig-weiß. Starke Durchsetzung der Zeichnungsfarbe mit weißen Haaren. Starke Abweichungen in der Unterfarbe bezüglich der Anforderungen des Farbenschlags. Andere als die geforderte Augenfarbe, mehr als eine farbige Kralle.

*Anmerkung: Eine schmale seitliche Unterkiefereinfassung – wie bei den klassischen Punktschecken – mit teilweiser Färbung der Unterlippe bleibt unberücksichtigt.

7. Pflegezustand

Nur in hervorragendem Pflegezustand werden die Tiere zur Bewertung zugelassen. Es obliegt deshalb dem Züchter, seine Tiere mit Fleiß und Geschick gebührend vorzubereiten. Hierzu gehören: saubere Läufe, Ohren und Geschlechtspartie, gut beschnittene und reinliche Krallen usw.
Anmerkung: Da ein guter Pflegezustand die absolute Voraussetzung eines jeden Ausstellungstieres ist, wird in dieser Position keine positive Bemerkung gegeben.

Leichte Fehler: Leichter Stallschmutz, geringfügig unsaubere Ohren oder Geschlechtsteile; lange Krallen. Leichte Filzbildung bei Normal-, Haarstruktur- und Kurzhaarrassen.
Schwere Fehler: Stark verschmutzte Tiere. Starke Filzbildung bei Normalhaar-, Haarstruktur- und Kurzhaarrassen.

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