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Deutsche Kleinwidder wildfarben

Deutsche Kleinwidder (wildfarben) © Kaninchenzeitung

Herkunft: Deutschland um 1965 (Herauszüchter Erhard Diener und Johannes Geerdts)

Abteilung III: Kleine Rassen

Deutsche Kleinwidder (DKlW)

Bewertungsskala

Punkte
1. Gewicht 20
2. Körperform, Typ und Bau 20
3. Fellhaar 15
4. Kopfbildung 15
5. Behang 15
6. Farbe und Zeichnung 10
7. Pflegezustand 5
  100

Gewichtsbewertung

2,25 bis 2,50 bis 2,75 bis 2,875 bis 3,00 über 3,00 Höchstgewicht
15 16 17 18 19 20 3,50 kg

1. Gewicht

Normalgewicht über 3,00 kg. Mindestgewicht 2,25 kg. Höchstgewicht 3,50 kg.

2. Körperform, Typ und Bau

Der Körper ist gedrungen und breitschultrig, mit einer schönen Rückenlinie, einem breiten, gut abgerundeten Becken und einem kurzen, kräftigen Nacken ohne sichtbaren Hals versehen. Die Läufe sind kurz und mittelstark. Der Körperbau der Häsin ist etwas feiner als beim Rammler. Bei älteren Häsinnen ist Wammenan-satz zulässig.

Leichte Fehler: Siehe »Allgemeines«. Insbesondere leichte Abweichungen vom Typ, z.B. durch leicht gestreckte oder vorne leicht verjüngte Form.
Schwere Fehler: Siehe »Allgemeines«. Insbesondere starke Abweichungen vom Widdertyp, z.B. durch ausgeprägt gestreckte Körperform.

3. Fellhaar

Das Fellhaar besitzt ein sehr dichtes Unterhaar und eine gute, gleichmäßige, nicht zu harte Begrannung. Das Haar ist mittellang, die Ohren sind gut behaart.

Leichte und schwere Fehler: Siehe »Allgemeines«.

4. Kopfbildung

Beide Geschlechter werden von einem typischen, ausgeprägten Widderkopf beherrscht. Er ist kurz und kräftig, mit einer breiten, gut entwickelten Schnauzpartie, starken Kinnbacken, einer breiten Stirn und einer schönen Ramsnase versehen.

Leichte Fehler: Nicht entsprechend ausgeprägte Kopfbildung.
Schwere Fehler:
Stark vom Typ abweichende Kopfbildung, z.B. gänzlich fehlende Ramsung, lang gezogener Kopf.

5. Behang

Der Behang hat an den Ohrenansätzen stark ausgeprägte, dicht beisammen liegende Wulste (Krone) und wird zu beiden Seiten des Kopfes mit der Schallöffnung zum Kopf, hufeisenförmig getragen. Die Ohren sind fest im Gewebe und an den Enden gut abgerundet. Die Behanglänge beträgt 30-36 cm.

Leichte Fehler: Schwach entwickelte, flache Krone. Schwache, dünne, zusammengefaltete oder schlecht getragene Ohren. Etwas kurzer oder langer, nicht zur Körpermasse passender Behang. Abstehender (schwebender) Behang.
Schwere Fehler:
Zeitweiliges Aufrechttragen eines oder beider Ohren. Weniger als 30 cm und mehr als 36 cm Behanglänge.

6. Zwischen- und Unterfarbe

Anerkannt sind die Farbenschläge grau in den Abstufungen wild-, hasen-, dunkel-, eisengrau und hasenfarbig, weiß, Rot- und Blauaugen, sowie - mit der unten folgenden Einschränkung - alle anderen einfarbigen Farbenschläge. Anerkannt ist außerdem die Thüringerfarbe nebst Thüringerabzeichen. Diese Farbenschläge (außer weiß) sind auch als gescheckte Tiere zugelassen, wobei nur die Mantelscheckung anerkannt ist. Anerkannt ist ferner die Farbe und Zeichnung des Rhönkaninchens. Für alle Farbenschläge werden die jeweiligen Anforderungen an Farbe, Zeichnung und Abzeichen der entsprechenden Rassen erhoben. Nicht zugelassen sind die Farben und Zeichnungen der Silberkaninchen, der Deutschen Riesenschecken, der Rheinischen Schecken, der Kleinschecken, der Englischen Schecken, der Weißen Hotot, der Kalifornier und Russenkaninchen, der Marder- und Siamesenkaninchen, der Weißgrannen und Schwarzgrannen, der Japaner-, der Holländer- und der Lohkaninchen sowie der Separator und der Jamora.

Für die gescheckten Deutschen Kleinwidder gelten folgende Anforderungen:
Der Kopf einschließlich des Kronenbereichs und des Behangs ist überwiegend von der Zeich-nungsfarbe erfasst. In der Mitte der Stirnpartie soll ein weißer Stirnfleck (Blesse) vorhanden sein. Ein etwas breiterer Stirnfleck, kleine Ausläufer am Stirnfleck und kleine weiße Spritzer im unmittelbaren Bereich des Stirnflecks bleiben unberücksichtigt. Die Kinnbackeneinfassung und die Unterlippe sollen weiß sein. Die gefärbte Unterlippe ist unerwünscht.* Kleine weiße Einläufer im Schnauzbereich bleiben unberücksichtigt. Der Rumpf wird von der Mantelzeichnung erfasst; sie ist frei von weißen Flecken und bedeckt gleichmäßig in Form eines durchgehenden Mantels den Rücken vom Genick bis zum Blumenan-satz, die Flanken des Tieres und die Oberseite der Blume. Kleine weiße Flecken im Genick (sog. Ansatzpunkte) bis zum Ende der Schulterblätter sowie kleine weiße Flecken und Streifen im unmittelbaren Randbereich der Blume bis zur hochgelegten Blumenspitze bleiben unberücksichtigt; weiße Einläufer oder Flecken auf der Blumenoberseite sind unerwünscht. Weiße Einläufer und Flecken an den Flanken und Schultern im Randbereich der Mantelzeichnung bleiben unberücksichtigt, wenn sie nicht zu weit in den Mantel hineinragen. Die Brust soll völlig weiß sein. Ebenso sollen die Vorderläufe im Vorderfußbereich, die Hinterläufe und die Blumenunterseite weiß sein. Die Krallen sind pigmentlos (weiß); eine einzelne farbige Kralle gilt als leichter Fehler. Der Bauch soll überwiegend weiß sein; einzelne Farbflecken am Bauch bleiben unberücksichtigt. Die Unterfarbe ist bei den gescheckten Tieren nur im Mantelbereich auf der Decke erforderlich.

Leichte Fehler: Bezüglich der Farbe gelten die bei den Ursprungsrassen aufgeführten Farbmängel; für die grauen Farbenschläge sind die Allgemeinen Bestimmungen maßgebend. Für die gescheckten Deutschen Kleinwidder gelten weiterhin folgende Bewertungskriterien:
Weiße Flecken in der Krone. Kleine weiße Flecken im Augen-, Backen- und Schnauzbereich. Bis zu zwei weitere kleine weiße Flecken im Bereich des Stirnflecks. Fehlender Stirnfleck. Teilweise gefärbte Unterlippe.* Etwas weit hochgehende Einläufer zwischen Schnauz- und Backenbereich. Grob zackige oder fehlende weiße Kinnbackeneinfassung. Ungleichmäßige Mantelzeichnung. Einzelne kleine Farbflecken auf der Brust. Farbflecken im Vorderfußbereich und an den Hinterläufen. Etwas weiter in den Mantel hineinragende weiße Einläufer und Flecken an den Flanken im Randbereich der Mantelzeichnung (Die Beurteilung richtet sich nach dem Schaubild auf der folgenden Seite.). Nicht völlig gefärbte Blumenoberseite; weiße Flecken an der Blumenoberseite bzw. farbige Flecken an der Blumenunterseite. Eine einzelne farbige Kralle (0,5 Punkte). Überwiegend gefärbter Bauch. Leichte Durchsetzung der Zeichnungsfarbe mit weißen Haaren. Schwache, unreine oder aufgehellte Unterfarbe im Mantelbereich.
Schwere Fehler:
Bezüglich der Farbe gelten die bei den Ursprungsrassen aufgeführten Farbmängel; für die grauen Farbenschläge sind die Allgemeinen Bestimmungen maßgebend. Für die gescheckten Deutschen Kleinwidder gelten weiterhin folgende Bewertungskriterien:
Gänzlich einfarbiger Kopf. Starkes Vorherrschen von Weiß am Kopf; mehr als zwei weitere weiße Flecken im Bereich des Stirnflecks. Gänzlich gefärbte Unterlippe. Weiße Flecken im Behang, außer im Bereich der Krone. Nasenfleck. Stark einseitige oder unvollständige, nicht zusammenhängende Mantelzeichnung. Weiße Flecken in der geschlossenen Mantelzeichnung und stark in die Mantelzeichnung hineinragende Einläufer (Die Beurteilung richtet sich nach dem folgenden Schaubild.). Überwiegend mit Farbflecken bedeckte Brust. Völlig weiße Blumenoberseite bzw. völlig mit der Zeichnungsfarbe bedeckte Blumenunterseite. Gänzlich mit Zeichnungsfarbe bedeckter Vorder- und/oder Hinterlauf. Gänzlich mit Zeichnungsfarbe bedeckte Bauchpartie bzw. blaue Bauchunterfarbe im gesamten Bauchbereich bei den grau-weißen Farbenschlägen und bei chinchillafarbig-weiß. Starke Durchsetzung der Zeichnungsfarbe mit weißen Haaren. Starke Abweichungen in der Unterfarbe bezüglich der Anforderungen des Farbenschlags. Andere als die geforderte Augenfarbe, mehr als eine farbige Kralle.
Anmerkung: Eine schmale seitliche Unterkiefereinfassung – wie bei den klassischen Punktschecken - mit teilweiser Färbung der Unterlippe bleibt unberücksichtigt.

7. Pflegezustand

Nur in hervorragendem Pflegezustand werden die Tiere zur Bewertung zugelassen. Es obliegt deshalb dem Züchter, seine Tiere mit Fleiß und Geschick gebührend vorzubereiten. Hierzu gehören: saubere Läufe, Ohren und Geschlechtspartie, gut beschnittene und reinliche Krallen usw.
Anmerkung: Da ein guter Pflegezustand die absolute Voraussetzung eines jeden Ausstellungstieres ist, wird in dieser Position keine positive Bemerkung gegeben.

Leichte Fehler: Leichter Stallschmutz, geringfügig unsaubere Ohren oder Geschlechtsteile; lange Krallen. Leichte Filzbildung bei Normal-, Haarstruktur- und Kurzhaarrassen.
Schwere Fehler: Stark verschmutzte Tiere. Starke Filzbildung bei Normalhaar-, Haarstruktur- und Kurzhaarrassen.

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